Flußhafen: Ein- und Ausfahrt von Frachtschiffen

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  • Hallo!


    Beim Betrachten von Häfen in Flüßen über Google-Map, frage ich mich ob und wie die teils recht großen Frachtschiffe da rein und wieder raus kommen. Manche Hafeneinfahrten erscheinen eher als Nadelöhr.

    Das Frachtschiff das bei den weißen Tanks liegt, wie kommt es da rein und raus?


    Die Einfahrten der Häfen laufen ja oft nur in eine Richtung zum Fluß wo ich mich frage ob die Frachter nur in eine Richtung einfahren oder ausfahren können oder ob so scharfe Kurven genommen werden können. Siehe folgendes Bild roter Pfeil.


    Ich hätte da gerne etwas mehr Klarheit um solche Häfen im Spiel besser planen zu können.


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  • Bild 1 Schiff dreht seitlich rein.


    Bild 2 Schubschiff dockt nach Vollladung auf die rechte Seite und schiebt raus.

  • Danke für die Antworten. :thumbup:

    So eine spitz zulaufende Ein-Ausfahrt ist also kein Problem. Das erleichtert die Gestaltung so einer Hafenanlage um einiges.


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  • Zusätzlich zu den bereits genannten Punkten kommt, dass Schiffe sich anders als z B Autos verhalten, was man vor allem beim Manövrieren in der Langsamfahrt merkt.

    Schiffe haben in der Regel ja die Schiffsschraube am Heck. Das führt dazu, dass sie "driften". In der Theorie könnte man also den Bug auf der selben Stelle halten, während man mit dem Heck drum herum fahren kann. Praktisch ist das natürlich schwierig umzusetzen, aber an sich ist dieses Verhalten natürlich auch vorteilhaft zum Anlegen nutzbar.

    Zusätzlich gibt es den Rad- bzw Schraubeneffekt. Je nachdem, ob die Schraube rechts- oder linksdrehend ist, zieht es das Schiff in die entsprechende Richtung. Bei normaler Fahrt ist das in der Regel vernachlässigbar, bei der Rückwärtsfahrt kann man ihn aber nutzen, um sowohl (durch den Rückwärtsgang) das Schiff abzubremsen und (durch den Radeffekt) das Heck zum Ufer zu bringen.


    Ich weiß, alles etwas trockene Theorie und ich selber habe es auch erst so richtig verstanden, nachdem ich selber gefahren bin. :D

  • Danke nochmals für die Antworten. Erstaunlich was für Kurven die hinbekommen. Ich wundere mich aber immer noch warum Flusshäfen meist in einem spitzen Winkel und nicht im 90 Gradwinkel zum Fluss verlaufen . Hat das Strömungsgründe?


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  • Unter anderem. Fährst du quer in einer Strömung rein, dann wird dir gegebenenfalls der Bug sofort zu Seite gerissen ohne das du da wirklich etwas machen kannst. Es ist halt alles etwas langsam und träge, weswegen Steuermanöver immer etwas Zeit benötigen bis der gewünschte Effekt eintritt.

  • Dadurch, daß Schiffe in der Regel die Schiffsschraube und das Ruder hinten haben, verhalten sie sich ungefähr wie Gabelstapler und noch ungefährer wie Einkaufswagen. Schaufelraddampfer mit seitlichen Schaufeln dürften sich da deutlich anders verhalten - eher wie Raupenfahrzeuge. Beides wird durch die großen Kräfte des Wassers eingeschränkt, wenn man versucht, den Schiffsrumpf zur Seite zu drücken.


    Leider läßt sich die Hecksteuerung in TpF2 praktisch nicht umsetzen. Eine realistische Schiffsbewegung fände ich echt cool.


    Schiffe legen auch an Flußufern immer gegen die Strömung an. Ich habe mal gelesen, daß sie so deutlich einfacher manövriert werden können - irgendwie ist das verständlich, weil man für das Lenken eine Relativgeschwindigkeit zwischen Wasser und Schiff braucht. Beim Anlegen mit der Strömung ist sie klein bzw. verschwindet, wenn das Schiff im Wasser treibt. Und wenn es das tut, ist nicht mehr viel mit Lenken.


    fsc_zombie : Die eine Ecke kenn' ich doch ... Ich bin aber noch nicht so schrecklich weit mit der Gestaltung. Es ging mir nur um die Ausrede, ein paar Schiffchen von/zur Stahlfabrik fahren zu lassen und Rohöl abzuholen.

  • Kleine Ergänzung:

    Die Hafeneinfahrt liegt (fast?) immer stromabwärts vom Hafenbecken.

    - um (wie von Rutel beschrieben) durch eine hohe Strömungsgeschwindigkeit steuerbar zu sein bei gleichzeitig möglichst geringer Geschwindigkeit "über Land"

    - so kann der Fluß kein Treibgut oder Eis in das Hafenbecken drücken

  • Ich bin mal den Rhein entlanggeloffen - mit den Augen auf Google Maps. Es sind eigentlich alle Häfen flußabwärts offen, sogar die Ausnahmen:

    • Der Karlsruher Hafen geht fast senkrecht vom Rhein weg, die Einfahrt ist aber so verbaut, daß man eigentlich doch von flußabwärts einfahren muß
    • Neuwied hat ein interessantes Hafenbecken, bei dem man an der flußaufwärtigen Seite einfährt, aber über einen Haken, so daß man doch wieder gegen die Strömung fährt
    • Im Köln-Godorfer Hafen kann man das nördliche Becken eventuell senkrecht vom Fluß aus anfahren
    • Der Ölhafen der Fordwerke Köln steht senkrecht zum Fluß, ist aber wohl auch eher von unten anzufahren
    • Die ehemaligen Flußinseln Namedyer Werth, Grafenwerth, (falls künstlich) Rheidter Werth und Groov wurden alle an der oberen Seite ans Ufer angebunden, ebenso viele Jahrhunderte früher die ehemaliger Kölner Martinsinsel
    • Der Wesel-Datteln-Kanal und der Maas-Waal-Kanal sind flußabwärts gebogen worden (Der Amsterdam-Rijn-Kanal nicht, aber vielleicht sind da die Fließgeschwindigkeiten so niedrig, daß es egal ist)

    Das ist also sehr eindeutig. Auf der Elbe finde ich natürlich als erstes eine Ausnahme: Den Kanalabzweig von Magdeburg Richtung Mittellandkanal. Sonst öffnet sich bis Hitzacker auch alles an der flußabwärtigen Seite. Ist aber wohl egal, denn Schiffe habe ich keine gesehen :-)


    Bei einem Stichwort fällt mir die Frage ein: Wie lang ist die französisch-niederländische Grenze? 😎

  • Rutel Da sieht mir bei dem Ölhafen der Fordwerke nicht so aus: https://www.openstreetmap.org/#map=16/51.0171/6.9690 Ich sehe da auch das man mit der Strömung ein und ausfährt und zusätzlich noch auf der Innenseite.


    Die Zufahrt in die Elbe zum Mittellandkanal in Magdeburg ist auch mit der Flußrichtung aufgebaut: https://www.openstreetmap.org/#map=16/52.1878/11.6831

    oder meintest du die Querung vom Mittellandkanal über die Elbe durch eine Brücke: https://www.openstreetmap.org/#map=16/52.2306/11.6960


    Ansonsten gibt es in Kanälen so gut wie keine Strömung, außer die haben ein Leck wie beispielsweise der Elbe-Seiten-Kanal bei Lüneburg einmal. Das Leck hatte zu einigen Schäden wie weggespülte Strassen weit ab vom Kanal geführt.

  • Der Ölhafen der Fordwerke ist auch stromabwärts offen - der Rhein fließt nach Norden. Also gegen die Strömung rein, wie bei allen Häfen. Die Innenseite hat sich Ford nicht unbedingt freiwillig ausgesucht. Sie waren 1929 ziemlich spät dran. Die benachbarten Außenseiten waren jeweils in der Hand von Bayer (Dormagen seit 1917, Leberkausen seit 1895) bzw. dem Ort Niehl, und Siedlungen an Flüssen liegen gerne an der Außenseite der Flußbiegungen, weil es am Prallhang eher hochwasserfrei ist - solange nicht das ganze Ufer weggespült wird. Die Kölner haben in Poll jahrhundertelang Schiffeversenken gespielt, um das Ufer zu stabilisieren, damit der Rhein weiter an der Stadt vorbeifließt.


    In Magdeburg ist es exakt das, was ich geschrieben habe: Die große Ausnahme.


    Bei den Kanälen zählt, genau wie bei Häfen, die Strömung des Flusses, in den sie münden. Bei Kanalkreuzungen habe ich kein Abbiegen gesehen.