Vorab:
Erst mal kann ja jeder machen was er will. Und wer es besser weiss, sollte es dann auch selber besser machen. Niemand ist gezwungen das Map Studio zu benutzen. Wenn der AutorZeit und Geld (für Claude etc.) investiert und alles inclusive Quellcode transparent und umsonst zur Verfügung stellt finde ich Kritik vor allem dann als unangemessen, wenn sie nicht konstruktiv (also mit konkreten Verbesserungsvorschlägen) sondern belehrend, besserwisserisch und rein destruktiv daherkommt. Und den Schuh den ich da jetzt hinhalte mag sich ein jeder anziehen, der sich davon betroffen fühlt.
Zur Studio App:
TPF3 ist immer noch ein Spiel. Städte werden prozedural generiert und weiter entwickelt und entsprechen nie 1:1 der Realität. Und doch ist es schön, im Jahr 1900 in der eigenen Heimat zu starten. Städte und Dörfer liegen ungefähr da wo sie damals lagen. Das eine oder andere stehende und fließende Gewässer ist ebenfalls vorhanden. Die Höhenzuge passen und sind vertraut. Industrien sind im Idealfall ungefähr historisch korrekt angesiedelt, aber halt auch ans Spiel angepasst. Molkereien sind dann halt Lebensmittelfabriken (was sie ja auch irgendwie sind), die verschiedensten Arten von Bergwerken sind dann halt entweder Kohle oder Eisenerz, usw. usw. Vielleicht finden sich dann noch nahe am Original liegende Namen. Der eine mag das so und der andere mag es nicht und spielt lieber mit den prozeduralen Karten aus der Vanilla Version. Ob und inwieweit Details aus der echten Welt überhaupt ins Spiel übernommen werden, soweit sie überhaupt übernommen werden können, kann ja dann jeder für sich selbst entscheiden. Und wenn ich in einer Mittelgebirgsregion lebe und spiele gibt es keine Baumgrenze und keine Ganzjahresschneegipfel, da gib es halt bis oben hin Bäume. Jede einzelne Straße, Brücke, Schiene und Weiche aus dem echten Leben in eine Map zu gießen wäre allerdings nicht meins.
Zum Wasser Problem:
Passiert nicht nur am Schliersee. Auch von Gießen bis in den Vogelsberg und von dort nach Frankfurt gibt es deutliche Höhenunterschiede. Kleine Stauseen und die verbindenden Flüsse haben zuviel Höhenunterschiede. Und wenn ich mir die prozedurale Generierung neuer Karten beim Spielstart so anschaue gibt es immer nur schiffbare Flüsse. Damit sind die meisten Flüsse und Bäche raus aus der Nummer und tauchen auch nicht mehr auf der Karte auf. Ändern kann das schlussendlich nur Urban Games. Und dann bräuchte es ein Höhenmodell für Wasser, was dann auch so etwas wie Schleusen und damit verbundene Staustufen zulassen könnte. Das kostet dann auch wieder Rechenpower. Und dann wird es immer kleinteiliger und immer komplexer und geht den Weg von Workers & Resources, für das man ja schon mehr oder weniger ein Studium benötigt. Eine Frage des Game Designs, und der Verkäuflichkeit.