Das habe ich schon verstanden. Das Problem ist dann aber das selbe wie bei der Seekrankheit. Unser Gehirn versucht den schrägen Linien auf dem flachen Bild einen Sinn zu geben. Es errechnet daraus eine Perspektive. Stimmt nun der Fokus nicht, so fällt das sofort unangenehm auf. Diesen Effekt kann man natürlich bewusst hervorrufen. Das wird gerne in der Werbung als eine Art Schockeffekt gemacht, um die Aufmerksamkeit zu erlangen. Lange ansehen kann man so ein Bild dann allerdings nicht.
Unser Gehirn ist sehr darauf bedacht, immer ein stimmiges Bild der Umgebung zu generieren, sonst würden wir einfach umfallen. Dazu zieht es alle Sinne heran. Passt dann etwas nicht zusammen, gibt es eine Warnung, ein Unwohlsein. Das äußert sich als Seekrankheit, wenn der Gleichgewichtssinn das Schlingern des Schiffes meldet, die Augen aber die geraden Wände des Schiffes als Referenz liefern. Darum hilft es, den Horizont im Auge zu behalten. Der schlingert nicht.
Bei einem Foto sind die Augen die einzige Referenz. Aber unser Gehirn erkennt eine Perspektive, unsere Augen liefern den Fokus. Wir haben das Gefühl, immer alles scharf zu sehen, aber das stimmt ganz und gar nicht. Unsere Augen wandern und fokussieren stets neu. Daraus errechnet unser Gehirn das, was wir glauben zu sehen. So übersehen wir auch gerne selbst große Dinge, wenn wir uns auf etwas anderes konzentrieren. Passen aber Perspektive und Schärfeebene nicht zusammen, merkt das Gehirn, dass etwas in seiner Berechnung schief läuft. Dann wird uns unwohl.