Die Grenze oder Messlatte dessen, was Menschen als unangemessen betrachten oder was sie "triggert", ist ja auch unterschiedlich hoch angelegt.
Vor Jahren gab es in einem Computerspiel Walfangmissionen - es spielte halt nunmal im 19. Jahrhundert. Tierschutzorganisationen sagten "mimimi", der Publisher des Spiels sagte "Eier aus Stahl, basta".
Da wir heutzutage nicht nur im Neoliberalismus, sondern auch in eine sogenannten "Cancel Culture" leben, werden von den Medien und in der öffentlichen Wahrnehmung vermehrt die Befindlichkeiten derer mit der niedrigsten Messlatte oder schlicht die vom Minderheiten hervorgehoben.
Soll heißen, wenn eine kleine Minderheit sagt "das mögen wir nicht", muss der Rest ertragen, dass es gelöscht, verbannt oder mit Gülle übergossen wird. Selbst wenn nichts schlimmes, verderbliches oder gar menschenverachtendes dabei ist. Einfach so.
So funktioniert auch Youtube. Melden, gelöscht. Automatisch, also per Algorithmus. Erst wenn der Uploader Kontakt aufnimmt und sich bei Youtube beschwert, nimmt sich ein echter Mensch der Sache an.
Es gibt ja auch immer noch Menschen, die können nicht zwischen Antikriegsfilmen und Kriegspropaganda unterscheiden. Es hat was mit Krieg zu tun, also ist es schlecht. Selbst wenn es aufklären soll, damit nicht vergessen wird...
Achtung, könnte Zynismus enthalten:
Es dürfen weiterhin Bilder und Filme von alten Güterwaggons hinter Dampfloks gezeigt werden. Selbst wenn diese missbraucht worden sind, um Menschen in den Tod zu schicken. Unter Hitler genau so wie unter Stalin, Mao und den anderen psychisch kranken Saftnasen.
Niemand sagt "oh, Güterwaggons, das erinnert an die Lager, das wollen wir nicht mehr sehen"