Aber: wie sieht das eigentlich für das Fahrpersonal aus? Erkennt man von der Lokomotive aus, wie die vor einem liegenden Weichen gestellt sind? Wird das vielleicht sogar auf einem Instrument angezeigt? Und wie ist die Erwartungshaltung hier, vertraut man dem Stellwerk blind oder gibt es die Option, auch bis zur Klärung anzuhalten, wenn man erkennt, daß vor einem etwas unpassend geschaltet ist?
Tagsüber erkennt man es durch hinsehen, Nachts kann das schon schwieriger werden, besonders, wenn keine Weichenlaternen vorhanden sind. Auf der Lok wird dir das nicht angezeigt. Das Problem ist meistens die Erwartungshaltung, dass die Weichen schon richtig gestellt sind, da spreche ich aus Erfahrung. Man muss auf sehr vieles achten, Geschwindigkeit, Zugkraft, Signale, Weichen, Oberleitung bei E-Loks. Da kann so eine falsch gestellte Weiche sehr schnell mal übersehen werden, deswegen gibt es auch technische Einrichtungen, die sowas verhindern sollen. Wie das hier nun zustande kam, das bleibt zu klären.
Anhalten darf man grundsätzlich immer, wenn einem etwas merkwürdig vor kommt und das ist sogar im Regelwerk so vorgeschrieben.
Mal ein Beispiel aus eigener Erfahrung:
In Köln Eifeltor wollte ich von den 200er Gleisen auf die 130er zum Abstellen fahren, dazu geht es über 58 zum Richtungswechsel. Dabei ist mir aber aufgefallen, dass das Sperrsignal aus Gleis 99 Sh1 zeigte. Eine Fahrt aus dem Gleis würde eine Flankenfahrt bedeuten. Also hab ich direkt angehalten und nachgefragt. Der Wärter hatte nur vergessen, also nichts weiter dramatisches, doch in solchen Situationen gilt immer: Wenn die Eisenbahn steht macht sie nix kaputt