Eine blöde Frage hätte ich noch, wenn ich darf. Eben habe ich die alten Güterwagen von Maverick2002 mit dem Bremsseil auf dem Dach gesehen und mich gefragt, wieso eigentlich an einem Zug alle Bremsen über ein gemeinsames System (ob Seil, Druckluft, elektrisch oder wie auch immer) angesteuert werden müssen. Ich bin sicher, daß es einen guten Grund gibt, warum man Waggons nicht mit Auflaufbremsen wie Autoanhänger ausrüstet und damit jeden einzeln individuell und autark bremsen läßt, nur fällt er mir irgendwie gerade nicht ein...
Ich fange damit erstmal an:
Für einen einzelnen Wagen wie es beim Auto der Fall ist funktioniert die Auflaufbremse sicherlich noch, problematisch wirds aber bereits dann, wenn man eine Zugtrennung hat. Dann könnte sich ein solcher Wagen schnell verselbstständigen. Lustig wirds auch, wenn der Zug in einer Kurve zum stehen kommt. Je nachdem wie gekuppelt wurde ist dabei dann der eine Puffer eingedrückt, was ja bei der Auflaufbremse zum Bremsen führen würde. Dadurch würde der Zug hier nicht mehr fahren können. Dann kommt noch hinzu, dass es beim Bergab-Fahren durchaus Problematisch werden könnte. Dabei benutzt man (bzw. ich, wie andere das machen ist mir eigentlich auch egal) überwiegend die E-Bremse, diese bremst dann teilweise auch schon mit über 120kN, heißt, sie drückt gegen die Wagen, was dann dazu führen würde, dass diese Bremsen, was man ja nun garnicht will. Es würde also zu einem ständigen Wechsel zwischen Bremsen und Lösen kommen, das würde auf kurz oder lang dann zu einer Zugtrennung führen.
Beim Güterzug sieht das ganze wieder etwas anders aus. Dort gibt es ja nicht der Wendezug daher kann dieser Zug ja eh nur in die Richtung fahren indem die Lok hängt. Es gibt natürlich auch geschobene Güterzug fahrten aber diese sind auf vmax 40 km/h beschränkt unter beachtung diverser Vorschriften und es muss eben ein Mitarbeiter sich vorne am ersten Wagen befinden. Daher auch die Geschwindigkeit auf maximal 40 beschränkt.
Ein Kesselwagenzug ist eine eigene Wissenschaft für sich beim Zugfahren. Übrigens sind die Wagen in dem Video beladen. Man erkennt es anhand dem Bremsartumsteller (in diesem Fall war es ein Französischer Wagen. Dort steht das "March" für Bremsart G (schwachwirkende Bremse) und das "Voyage" für P (starkwirkende Bremse) dieser gelbe Hebel) und an dem Lastwechsel (bei diesem Wagen muss man noch händisch umstellen mit wie viel Kraft die Bremse wirken soll. Dieser Wird ab einer gewissen Tonage des Wagens umgestellt. Daher besteht dieser aus 3 Zahlen. Die Oberen beiden geben die Bremskraft in Tonnen an. Die untere Zahl gibt an ab wie viel Tonne was der wagen wiegt dieser umgestellt muss auf die höhere Zahl. Befindet sich dieser rote Hebel rechts wie im Video ist der Wagen beladen. Ist der Wagen unbeladen, oder nur wenig beladen, so ist diese links zu stellen)
Dieses knarksen von den Puffer entstehen durch die enstpannung ja, aber hauptsächlich deswegen da sich die Bremsen gelöst werden. Anhand vom Video kann ich zumindest erkennen das der Lokführer etwas gewartet hat mit dem lösen der Bremse bis das schwappen in den Kesselwagen nicht mehr so extrem waren. Sonst wäre es weit schlimmer als das klein wenig was man noch sieht.
Beladene Kesselwagen sind mit unserer 2068 und 2070 am schlimmsten eigentlich zu fahren. Und ich hasse es wirklich. Da braucht es nicht viele von diesen Wagen das man vorne durch gerüttelt wird. Am schlimmsten ist es wenn man an einem Blocksignal gerade zum stehen kommt, diese Frei wird und man wieder fahren kann. Da ist das Anfahren unheimlich mühsam stellenweisen da die Wagen, durch das schwappen einem in die andere Richtung zieht als man eigentlich will. Und vor allem bei eingebremster Lok und gerade erst gelöste Wagen dort oben sitzt und die ganze Zeit nach vorn und zurück gestoßen wird. Das sieht für jemanden am Bahnsteig zum beispiel lustig aus wenn er zu uns rein schaut wie man da oben sitzt und die ganze zeit hin und her wippt.
Bei einem Güterzug ist die Verzögerung natürlich sehr stark zu spüren bis man wirklich in bewegung ist. Liegt einfach an der schieren Masse und auch Länge des Zuges stellenweise.
Und sorry für den kleinen Roman Oo
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Zum ersten Absatz:
Noch garnicht allzu lange her dürfte das sein, maximal 10 Jahre schätze ich, da hätten die die Kollegen, die auf der Zeche fahren, noch was anderes erzählt. Denn Wir hatten da wirklich auch Steuerwägen für unsere Züge xD
Aber 40km/h für einen geschobenen Zug? Not bad, bei uns darf ein geschobener Zug wenn ich mich recht erinnere, maximal 10km/h fahren, und das auch nur, wenn sich der Tf an der Spitze befindet, ist es nur ein Rangierbegleiter, dann sind es sogar nur Schritttempo (sofern die Richtlinie nicht wieder geändert wurde). Einzig Sperrfahrten dürfen auch geschoben bis zu 35km/h fahren (zählen als planmäßige Zugfahrt in dem Fall).