Ich hatte beim ersten Video weggeschaltet als gesagt wurde, für die Tram in Lübeck gibt es eine Machbarkeitsstudie. Das ist so nicht richtig, es gibt ein schriftliche Ausarbeitung einer Firma die dieses Projekt gerne durchführen würde. Glücklicherweise ist die Tram in Lübeck in der Realität Geschichte.
Kommen wir mal zu den Fakten zum Verkehrsgeschehen wenn es sich um eine Simulation handeln soll.
1. Eisenbahn
Die Regio S-Bahn ist ein Traum den Lübeck schon länger hat. Sie macht mittlerweile viel Sinn weil das Land S-H erheblich Vorarbeit geleistet hat. Allerdings sind einige wesentliche Aspekte zu beachten, u.a. die Hinterlandanbindung der FFBQ. Fangen wir mal im Norden von Lübeck an:
- Die Strecke von Travemünde nach Bad Schwartau Waldhalle muss komplett zweigleisig werden. Sie ist derzeit schon erheblich ausgelastet, ein Halbstundentakt zwischen Travemünde und Lübeck ist derzeit nur mit viel Schwierigkeiten im Sommer durchführbar zu Lasten des Güterverkehrs.
- Die Strecke zwischen Bad Schwartau Waldhalle und Lübeck Hbf muss viergleisig ausgebaut werden um weitere Züge aufzunehmen. Insbesondere nach Fertigstellung der FFBQ kommt hier noch erheblicher Güterverkehr hinzu. Ein zusätzlicher Haltepunkt zwischen Bad Schwartau Waldhalle und Lübeck Hbf ist dabei noch gar nicht angedacht.
- Die sogenannte Bäderbahn, eine der tragenden Säulen des Konzeptes Regio S-Bahn, wird mit Fertigstellung der FFBQ stillgelegt. Eine Bestellung von Verkehr auf dieser Strecke wird es nicht geben.
Im Süden von Lübeck würde sich eine Einbindung von Reinfeld in die S-Bahn anbieten. Weitere Unterwegshalte zwischen Lübeck und Reinfeld sind nicht möglich. Ein zusätzlicher Halt in Buntekuh, Höhe Kamelbrücke, wäre nicht schlecht.
- Im Osten der Stadt kommt immer wieder die Forderung auf, die Strecke nach Schlutup zu reaktivieren. Das bringt zahlreiche Probleme mit sich, zumal die Fahrtzeit attraktiv sein muss. Oberhalb von Eichholz sind teilweise nur Geschwindigkeiten von 10 Km/H erlaubt. Eichholz als Endpunkt wäre aber eine attraktive Möglichkeit, zumal in Höhe des Bahnübergangs dort auch der Platz für einen Bahnsteig wäre.
- Ausbau der Streck nach Bad Kleinen auf Lübecker Gebiet zweigleisig ist schwierig aber machbar. Dafür müsste nur irgendjemand Geld in die Hand nehmen und die benötigten Flächen erwerben. Wichtig wäre in diesem Zusammenhang ein Haltepunkt in Genin. Auf alle Fälle sollte eine bessere Verbindung nach Herrnburg eingerichtet werden.
Damit wären die 4 S-Bahn Linien dann folgende:
S1 Lübeck - Travemünde Strand
S2 Lübeck - Neustadt/Holst über die Bäderbahn
S3 Lübeck - Reinfeld
S4 Lübeck - Eichholz/Herrnburg
Eine Tram wird in Lübeck überhaupt nichts bringen, es gibt an den angedachten Streckenabschnitten kein großes Einzugsgebiet das eine Tram rechtfertigen würde, bzw. dort wo sie sich rentieren würde sind die baulichen Voraussetzungen nicht gegeben.
Der Busverkehr muss grundsätzlich umgestaltet werden. Anstatt parallel zur Bahn zu fahren, müssen die Busse als Zubringer zu der Regio S-Bahn dienen. Die Linien müssen also so abgebildet werden, das sie die Fahrgästen aus dem Umkreis der Bahnhaltepunkte zu eben diesen oder von diesen weg bringt. Der neue RNVP geht schon dort in die richtige Richtung. Aber auch hier sind erhebliche Investitionen zu treffen.
Fährlinien.
Nun ja, alles schon dagewesen. Bringt aufgrund der Fahrtzeiten überhaupt nichts, da nur für touristische Zwecke attraktiv.