Eine „Überland-Straßenbahn“ – wäre es möglich?
In Frankfurt ist das die 17, welche durch ein Waldstück zu einem Vorort fährt.
Die 17 fährt erst neuerdings (auf einer ehemaligen Eisenbahntrasse) nach Neu Isenburg. Vorher war es die 14, die von der Inheidener Straße kam (fährt die jetzt eigentlich nicht mehr bis Neu Isenburg). Daneben fährt auch noch die Linie 12 das letzte Stück bis Schwanheim durch den Wald (übrigens auch auf einer ehemaligen Eisenbahntrasse). Die Bahnhöfe in Schwanheim und Neu Isenburg haben ja sogar Anbauten, die früher als Güterschuppen genutzt wurden. Früher fuhr da da auch nicht die 12, sondern die 21. Als die Neubaustrecke durch die Bürostadt noch nicht gebaut war, ging die Straßenbahn sogar schon ab Oberforsthaus in den Wald hinein.
Dann war da die Linie 13, die ging nach Berkersheim über Felder und Wiesen abseits der Straße, leider schon lange stillgelegt.
Dann wäre noch die Linie 20 nach Bergen zu nennen, die es leider auch nicht mehr gibt, seit die (alte) Linie 18 nach Enkheim durch eine U-Bahn ersetzt wurde. Die fuhr, nachdem sie im Industriegebiet etliche Industrieanschlussgleise rechtwinklig gekreuzt hatte, in Schleifen um Höhe zu gewinnen weitab der Straßen, an Streuobstwiesen und Kleingärten
entlang, nach Bergen (Stadtteil von Frankfurt).
Die Überlandstrassenbahnen (heute U-Bahn-Strecken) von Frankfurt nach Bad Homburg und nach Oberursel-Hohemark hatten sogar Güterverkehr, wobei es in Oberursel einen Übergabebahnhof zur DB gab, wo die Güterwagen von der Eisenbahn auf die Straßenbahn übergingen um entlang der Straßenbahngleise Industrieanschlieser zu versorgen. Dafür besaß die Straßenbahn sogar eigene (Eisenbahn-) Loks. Die Dampflok steht noch im Straßenbahnmuseum im Frankfurter Stadtteil Schwanheim, die graue E-Lok soll in einem Depot in Oberursel hingestellt sein. Der Verbleib der Diesellok ist mir nicht bekannt. Es war eine normale V36, jedoch mit Pantograph (Weichen umstellen! ) Fotos aus dem Internet zeigen die Lok nur in schwarz, aber ich habe sie im orange der "Arbeitszüge" der Straßenbahn in Erinnerung.
In Karlsruhe ist die AVG zwar eine Eisenbahn, seit der Umstellung auf Regelspur und Elektrifizierung mit Straßenbahnstrom führender Oberleitung wird der Personenverkehr aber mit Straßenbahnfahrzeugen durchgeführt. Am Anfang waren dies ganz normale Düwag-Straßenbahnen. Dann konnte man die Züge auf den Straßenbahngleisen als Straßenbahn quer durch die Stadt fahren lassen und außerhalb wurden und werden die Eisenbahntrassen der AVG benutzt. Dabei fahren Straßenbahnbah-Fahrzeuge nach Bad Herrenalb im Schwarzwald und nach Ittersbach.
Mittlerweile gibt es Mehrsystem-Fahrzeuge, die sowohl das Stromsystem der Straßenbahn, als auch das der DB nutzen können. Fahrzeuge, die in der Stadt als Straßenbahn auf Straßenbahngleisen fahren, gehen mittlerweile auf DB-Hauptstrecken über und erreichen Heilbronn, Bretten, Pforzheim, Bad Wildbad, Bruchsal und sogar Freudenstadt im Schwarzwald (über die Hauptbahn Karlsruhe Rastatt und dann über die Nebenstrecke: Murgtalbahn).