@Taxidriver Der Rheingold war früher ein F-Zug und hatte 1962 die Farbgebung blau-beige. Später wurde er TEE und wurde daher rot-beige (wie die anderen TEE-Züge)
Bei Dir liest sich das so, als ob das 2 verschiedene Züge waren.
@Licaon Seit wann haben Rheingoldwagen keine Achsgeneratoren? Meines Wissens hatten die sogar 2 davon - normale Schnellzugwagen nur einen.
@DarkMo Das "Fachchinesisch" ist etwas kompliziert zu erklären, zumal sich die Bezeichnung immer wieder geändert hat. So hieß ein 26,4 m langer
Schnellzugwagen z.B. bei Indienststellung C4ümg. Ab 1956 dann (Wegfall der 3.Klasse - Hochstufen zum 2.Klasse-Wagen) B4üm, danach Büm, und am Schluss nur noch Bm. Alles der gleiche Wagen, aber die Bedeutung des Nebengattungszeichens hat sich geändert, am Schluss schloss das "m" die Bedeutung der anderen Buchstaben mit ein - so dass diese weggelassen werden konnten.
Die größte Zäsur gab es wohl bei der Umstellung auf Computernummern (bei Lokomotiven 1968, bei Reisezugwagen bereits ab 1966 und bei Güterwagen sogar schon 1963.
Was eher konstant geblieben ist sind die Großbuchstaben (Hauptgattungszeichen), vor allem bei
bei Reisezugwagen.
So bedeutet A immer 1.Klasse B=2.Klasse C=3.Klasse und D=4.Klasse. Pw bedeutet bis Ca. 1962 "Packwagen", danach hießen Packwagen "D" (weil es die 4.Klasse ja schon lange nicht mehr gab).
Der Aussichtswagen heißt z.B. "AD"(weil er ein 1.Klasse-Wagen mit Gepäckabteil ist - dieses befindet sich unter der Aussichtskanzel).
Wenn das D allerdings vor einem anderen Großbuchstaben steht bedeutet es Doppelstockwagen. Ein DAB um Beispiel ist also ein Doppelstockwagen mit 1. + 2. Klasse. Eine DD ist ein Doppelstockgepäckwagen (wobei hier als Gepäck PKWs dienen - ein Autotransportwagen also)
R bedeutet "Restaurant" - AR ist also ein 1.Klasse-Wagen mit Speiseabteil. WR (Wagon Restaurant) ist ein reiner Speisewagen.
WL (Wagon lits) steht für Schlafwagen (z.B. WLABüm) ist ein Schlafwagen für 1. und 2.Klasse).
WG bedeutet Gesellschaftswagen.
Weiterhin gibt es noch L ( z.B. LB2i) für Lokalbahnwagen und K (z.B. KB4i) für Schmalspurwagen, sowie Z (für Zelle) für Gefangenentransportwagen.
Übrigens: Ein BC (großes C) ist ein Wagen mit 2. und 3. Kasse aber ein Bc (kleines c) ist ein Liegewagen 2. Klasse!
Zu den Nebengattungszeichen:
c bedeutet wie erwähnt, das die Sitzgruppen-Abteile zu Schlafräumen umgerüstet werden können (während der Fahrt).
p bedeutet Großraum mit Mittelgang und Drehsessel. (TEE)
y bedeutet Großraum und Mittelgang
ü bedeutet: "geschlossene Übergänge und Seitengang"
i hatte ürsprünglich die Bedeutung "offene Übergänge" z.B. wie bei Donnerbüchsen (B2i)
g bedeutet "Gummiwulst"
m bedeutet (ursprünglich): mehr als 24,5m lang, elektrische Heizung (zusätzlich zur Dampfheizung).
z bedeutet nur elektrische Heizung und keine Dampfheizung.
v und w stehen für verringerte Abteilzahl
f bedeutet "Führerstand" kennzeichnet also Steuerwagen.
b bedeutet Steuerleitung und besondere Bremsleitung (Wagen ist wendezugfähig).
Allerdings nur wenn das "b" am Ende seht und nicht, wenn hinter den "b" ein "u" folgt: "bu" bedeudet: "Büffet".
t bedeutet "Turnusverkehr" (Reisebüro-Sonderzüge
k bedeutet "Küche" (ohne das es sich um einen richtigen Speisewagen handelt).
n steht für "Nahverkehr" (bei einer Länge über 24.5m), Gummiwulst, Mittelgang in der 2.Klasse, Seitengang in der 1. Klasse, 2 Einstiege die nicht am Wagenende sind, elektrische Heizung (zusätzliche zur regulären Dampfheizung - in Verbindung mit "z" fehlt die Dampfheizung).
r steht für "Rapidbremse" (Hochleistungsbremse)
h bedeutet: Klimanlanlage, die auch voll funktionsfähig ist, wenn mit Dampf geheizt wird (Achsgeneratoren).
e bedeutet "elektrische Heizung" (zusätzlich zur Dampfheizung), außer in Verbindung mit "m" und "n", da deren Bedeutung das Vorhandensein einer elektrischen Heizung bereits einschließt.
tr bedeutet "für Reisende mit Traglasten"
Nachdem in die Bedeutung von "m" die Bedeutung von "ü" einbezogen war, traf diese für den Bym nicht mehr vollständig zu, weshalb das Nebengattungszeichen "l" eingeführt wurde:
Aus dem Bym wurde der Byl.
Haupt- und Nebengattungszeichen reichen aber noch nicht aus, um eine Bauart eindeutig zu bezeichnen. Deshalb steht dahinter noch eine Zahl, die früher das erste Baujahr einer bestimmten Bauart repräsentiert hat.
So unterschied sich beispielsweise der "B4üm 63" vom "B4üm 54" durch breitere Fenster, Drehfalttüren anstelle von Drehtüren und Schiebetüren an den Wagenübergängen anstelle von 4-teiligen Falttüren.
Ersterer hiess ab 1966 "Büm 234", der ältere wurde "Büm 232" genannt. Der "Büm 233" hatte auch bereits Drehfalttüren und Schiebetüren, aber immer noch die kleineren Fenster.
Der "Büm 231" (ex B4üm-52/61) hatte im Lieferzustand noch Faltenbälge und bekam erst 1961 Gummiwulste (die 2. Zahl, die hinter dem Schrägstrich steht, bezeichnet das Umbaujahr).
Der "Büm 235" war für 200km/h ertüchtigt (für den IC79-Verkehr).
Der "Büm 239" entstand durch Umbau aus Liegewagen "Bcüm 241" und "Bcüm 251", weshalb er sich durch einige Merkmale von normalen Büm unterschied: Da wären zunächst die größeren Toiletten mit entsprechend größeren Fenstern, weshalb die Abteile geringfügig kleiner waren. Außerdem hat er als einziger Büm die Dachlüfter in der Mitte des Daches (wie bei den Liegewagen), während alle anderen Büm die Lüfter außerhalb der Dachmitte über den Abteilen hatte (der vielleicht auffälligste Unterschied zu den normalen Büm-Varianten).