Lohnen sich neuartige Fahrzeuge?

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  • Hallo liebe Community,


    ich bin erst seit einigen Tagen im Train Fever und habe daher noch immer wieder etliche Fragen. Auf die allermeisten habe ich hier sehr hilfreiche Antworten gefunden. Ein Thema jedoch macht mir jetzt schon eine Weile Gedanken und ich konnte nichts wirklich aufschlussreiches dazu finden.


    Und zwar habe ich den Eindruck, dass neu freigeschaltete Fahrzeuge oft nicht sinnvoll sind. Als zum Beispiel der coole kleine Dampfbus verfügbar wurde, habe ich natürlich gleich die ollen Postkutschen meiner ersten Buslinie ersetzt. Mit dem Ergebnis, dass das solide Plus der Linie sich in ein desaströses Minus verkehrte.
    Ein Blick ins Datenblatt erklärte auch schnell die Ursache: marginal gesteigerte Kapazität und moderat erhöhte Geschwindigkeit zu einem Vielfachen an Betriebskosten! (Von den Anschaffungskosten ganz zu schweigen.)


    Also habe ich die alten Klepper um Verzeihung gebeten - es war alles nur ein großes Missverständnis - und ganz wie Kaiser Wilhelm weiter auf das Pferd gebaut.


    Die Dampfwagen wollte ich aus Prestigegründen aber nicht gleich verschrotten. Also habe ich mir überlegt, dass sie ihre Vorteile wohl auf längeren Strecken mit weniger Halten und eher geringem Passagieraufkommen wohl besser ausspielen können müssten. Die neue Linie warf dann auch tatsächlich einen kleinen Profit ab. Meistens jedenfalls... Ich bin mir aber nicht sicher, ob eine entsprechend größere Anzahl an Kutschen bei ähnlichen Kosten nicht mehr abwerfen würde.


    Bei den Lokomotiven war ich dann vorsichtiger und habe die kleinen Spanisch-Brötlis und Borsigs erst durch preußische Muskelpakete ersetzt, als keine mehr lieferbar waren. Mittlerweile werden dann bei mir auch einige Züge so lang, dass die stärkeren Loks mir sinnig erscheinen. Der direkte Vergleich fehlt mir jedoch.


    Zuletzt sind jetzt die ersten kleinen Lkw verfügbar geworden. Und da habe ich bei einer Transportlinie vor der Umstellung mal ein bisschen gerechnet:
    Die "Leistung", die die Linie aufbringt beträgt 63,5 kg/s. (Bin dabei von 1 Einheit = 1 t ausgegangen.) Damit wird die anliegende Stadt komplett versorgt, dieser Wert braucht also momentan nicht gesteigert zu werden. Die 9 Pferdefuhrwerke verursachen dabei Kosten von ~45 k$/a.
    Wenn ich die selbe Leistung mit den DMC erreichen möchte, benötige ich davon nur 4 Stück. Die schlagen allerdings schon mit jährlichen Kosten von 76 k$ zu Buche!
    Die Strecke ist mit etwa 2,5 km natürlich eher klein. Jedoch setze ich schon bei nur wenig längeren Strecken sehr erfolgreich Züge ein.


    Wo also ist die ökonomische Nische der Lkw?
    Bzw., machen die neuen Fahrzeuge allgemein häufig nur wenig Sinn? Die Steigerung der Betriebskosten scheint mir immer ein Vielfaches derer der Geschwindigkeit oder Kapazität und somit der Fracht pro Zeit zu sein.


    Bei aller Liebe zu Pferden... das ist doch nicht der Ponyhof-Simulator?! ?(


    So, ich freue mich auf eure Antworten!

  • Gerade im Schwierigkeitsgrad schwer sollte man sich intensiv mit den Betriebskosten beschäftigen - da könnte sich die ein oder andere Neuerung als Boomerang erweisen und nachhaltig zu Verlusten führen.
    Auf der anderen Seite gilt es natürlich auch zu bedenken, dass mit bestimmten älteren (langsameren) Fahrzeugen bestimmte Verbindungen wegen der 20-Min-Regel gar nicht erst nicht zu realisieren sind.
    Im Ernstfall ist halt schon mal der Taschenrechner gefragt... ;)

  • Das Ding mit den lieben Pferdchen ist: Bis da mal Ersatz kommt, sind die Kutschen hoffnungslos veraltet und ihre Betriebskosten entsprechend gestiegen. Die neuen vermeintlich teuren LKW sind nun ggf im Unterhalt sogar billiger. Dennoch, schau dir am besten an, wann welche Fahrzeuge auslaufen. Ersetze vorher alle Kutschen durch neue. Dann hast du wieder billige Kutschen mit billigen Betriebskosten und kannst die ersten LKW überspringen, bis der Sprung auf ein neues Fahrzeug lohnenswerter wird. Geht mir auch bei den Anfangsloks so. Die erste ordentliche Alternative ist für mich immer die A3/5. Diese 100kmh Dampflok die 1907 erscheint. Ab 1908 kann man damit schöne Züge bauen, da man dann auch passende (von der Geschwindigkeit her, kA ob die auch historisch passend sind ^^ ) Waggons hat. Der nächste Sprung war rund 40 jahre später diese kleine schweizer E-Lok da. Re 4/4 oder so. Ist billiger wie die A3/5, macht 125 Sachen mit Waggons die 120 anbieten - sprich, man kann erstmal noch auf Hochgeschwindigkeitsgleise pfeifen und braucht nur Strom (ist sogar billiger bei der Aufrüstung :) ) - und ist somit ein echtes Perlchen ^^


    Du kannst dir natürlich auch per Mods Alternativen ins Spiel holen. Da man hier aber beim besten Willen nicht damit rechnen sollte, dass die Teile balancetechnisch ins Spiel passen, kann man eigentlich auch gleich den Sandboxmode dann anwerfen >< Ergo die finanzielle Seite des Spiels ist dann eh hin.


    Aber generell zum Aufrüsten noch ein paar Worte: Ja, es wird immer teurer, aber du kannst schneller mehr mit oft weniger transportieren. Gutes Beispiel diese A3/5. bisher waren deine Züge mit 50km/h unterwegs, nun plötzlich mit 100. Du kannst also 2 alte Züge durch einen neuen ersetzen. Genauso bei den LKW's. Entweder du nimmst gleich den Cannstadt, welcher die Geschwindigkeit fast verdoppelt und du somit bald jedes zweite Fahrzeug weglassen kannst, oder aber du kaufst kurz vor 1900 nochmal neue Kutschen und wartest bis 1912 der nächste erscheint mit 50kmh, was mal eben mehr wie das 3fache ist. Kannste also theoretisch von 3 Fahrzeugen 2 ausmustern und sparst Geld. Zudem: Je schneller was transportiert wird, desto höher die Vergütung. Ne Kutsche wird also für die selbe Menge bei gleicher Strecke nicht soviel einnehmen, wie ein schnellerer LKW. Und dann transportieren die ja auch noch mehr. Der Benz mal eben das Doppelte. Also selbst wenn sich die Produktion verdoppelt hat, kannst du Fahrzeuge ausmustern, da du ja mehr Kapazität hast.


    Das sind diese 2 Faktoren, die du beim "Entrümpeln" beachten solltest: Reicht die Kapazität noch und kill ich mir den Takt damit? Gerade am Anfang haben die Städte einen Grundbedarf den sie an Gütern wollen. Da wächst die Industrie also erstmal recht fix, bis sie diesen Bedarf erfüllen kann. ist dieser Punkt erreicht, hängt das Wachstum der Produktion nur noch am Wachstum der Stadt. Also sollte man gerade am Anfang bissl vorsichtig sein mit ausmustern. Und der Takt is auch nicht unwesentlich. Wenn ich zwar in 5 Minuten mit dem Bus statt in 20 zu Fuß beim Bahnhof bin, ich aber 30Minuten warten muss, bis mal einer kommt... ^^

  • Je schneller was transportiert wird, desto höher die Vergütung.

    Ah, ist das in TF auch so? Im echten Leben natürlich auf jeden Fall. Bezüglich TF hatte ich bisher jedoch immer nur gelesen, dass die Entfernung ausschlaggebend sei. (Und natürlich die allgegenwärtige 20-Minuten-Regel! =O )


    Ich werde dann auf jeden Fall mal mit der kleinen Frachtlinie herum experimentieren.


    Vielen Dank für eure Antworten!


    Was die Mods angeht: Da brenne ich schon drauf!
    Bevor ich da aus dem Vollen schöpfe, wollte ich aber mal in einer leichten Runde auf kleiner Map das Spiel in Vanilla kennen lernen.
    Und Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude. Ein Let's-Player sagte in etwa Folgendes über die Mods: "Das ist wie als Kind damals vor Weihnachten. Man blättert durch den Katalog und kreuzt all die tollen Sachen an, die man unbedingt haben möchte." ^^

  • Da bin ich mir immer nich so ganz sicher, weil es da immer irgendein "Aber" gab, dass ich mir nie merke. Aber indirekt soll es wohl doch darauf hinaus laufen, dass es einigermaßen hinkommt, dass man schneller mehr verdient (vllt auch dann nur, weil man schneller das selbe Geld einnimmt? >< ). Da warten wir lieber mal auf "morgen", wenn die Profis aus dieser Ecke anwesend sind :P

  • So, habe grade meine Linie mal probeweise auf Cannstatts umgestellt. Zunächst nur einen, später die ganze Flotte.
    Eine Fuhre von den Pferden hatte mir Erträge von 26,1 k$ beschert, eine vom Cannstatt 39,1 k$. Sieht auf den ersten Blick natürlich gut aus. Teilt man das Ganze aber durch 4, bzw. 6, dann ergibt das in beiden Fällen ziemlich genau 6.500 $ pro Frachteinheit.


    Hatte natürlich darauf geachtet, dass der LKW auch freie Fahrt hatte und nicht hinter einer Kutsche fest hing. Um sicher zu gehen, dass der Ertrag nicht vielleicht von der Durchschnittsgeschwindigkeit der Linie abhängt, hatte ich dann wie gesagt noch die ganze Flotte von 9 Fuhrwerken auf 4 LKW umgestellt. Das brachte allerdings keine Veränderung.


    Fazit: Die Geschwindigkeit hat keinen Einfluss auf den Ertrag.


    Im Langzeitversuch habe ich dann die Ergebnisse meiner Rechnungen bestätigt. Der Gesamtertrag lag 1898 mit den Fuhrwerken sowie auch 1900 mit den LKW konstant bei 313 k$. (1899 war die Umstellung und daher nicht einheitlich.) Die "Leistung" war also wie berechnet gleich geblieben. Jedoch bei annähernd verdoppelten Kosten.


    Auffällig war, dass die Produktion der Rohstoffquelle in dieser Zeit angestiegen ist, sodass sich die Fracht aufgestaut hat. Ich gehe aber davon aus, dass dieser Zuwachs auf gesteigerte Nachfrage und nicht Geschwindigkeit zurück zu führen ist.


    Als nächstes könnte ich noch überprüfen, ob die Leistung - also Fracht/Zeit - einen Einfluss auf den Ertrag/Fracht hat.


    Aber bevor ich dass mache, werde ich in der Tat mal Kiwis Tutorials lesen. ;)

    Einmal editiert, zuletzt von Doskilos ()

  • Auffällig war, dass die Produktion der Rohstoffquelle in dieser Zeit angestiegen ist, sodass sich die Fracht aufgestaut hat. Ich gehe aber davon aus, dass dieser Zuwachs auf gesteigerte Nachfrage und nicht Geschwindigkeit zurück zu führen ist.

    Der maximal produzierbare Output eines Güterherstellers (abgesehen davon, dass er standardmässig auf maximal 400 Einheiten in der base_config.lua begrenzt wird) liegt in der Nachfrage der mit Gütern dieses Herstellern belieferten Stadt (Städte), zu sehen unter Details/Produkt, wenn man auf das Werk klickt.
    Der Rohstoffproduzent wiederum steht in Abhängigkeit vom letzt genanntem Wert und kann nicht mehr anliefern (es sei denn, er verteilt seine Rohstoffe auf mehrere Güterlieferanten). Ausserdem ist der monatliche Anstieg der Produktion begrenzt, d.h. man erreicht nicht direkt den maximalen Output.
    Problematisch kann dabei auf Dauer der Stau von Waren werden - im Ernstfall reagiert die KI darauf mit Reduzierung des Outputs...

  • Wie schon richtig durch eigene Beobachtungen rausbekommen - die Geschwindigkeit des Fahrzeuges hat keinen Einfluss auf den Preis/Einheit welcher bei gleicher Verbindung immer der gleiche bleibt. Das verhält sich bei der Personen genauso.


    Beim Warentransport geht alles von der Nachfrage der Städte aus welcher sich aus der Menge der Industiergebäude ergibt. Diese Nachfrage wird von der Stadt an die Umgebung "ausgestrahlt" und von allen Waren produzierenden Betrieben aufgefangen welche die Stadt innerhalb von 20min mit den bisherigen Anbindungen(Locale Straßen) erreichen würden. Diese wiederrum senden dann die Nachfrage nach den Rohstoffen aus nach der gleichen Regelung wie schon zwischen Stadt und Waren-Betrieb. Sollte sich dabei einer finden wird er anfangen seine Produktion zu steigern(zwei Einheiten je Monat) und diese macht sich dan auf den weg zum Waren-Betrieb welche wiederrum begint Waren zu erstellen und diese an die Stadt sendet.


    An dieser Stellen kannst du nun deine eigenen Fahrzeuge/Linien einsetzen um den Radius zu erweitern welcher innerhalb von 20min erreichbar ist. Damit das System deine Linien annimmt müssen diese die geforderte Menge an Waren/Rohstoffen innerhalb von 12min(1 Jahr) liefern können - dann stellt sich die Liniennutzung auf "JA".


    Zu der wirtschaftlichkeit der Fahrzeuge
    Pferdefuhrwerk
    5K-12,5K/Jahr bei 15km/h und 4 Laderaum
    Cannstatt
    19K-47,5K/Jahr bei 25km/h und 6 Laderaum


    Der Cannstatt ist 150% bei der Lademenge und 166% bei der Geschwindigkeit ergibt 250% der Leistungsfähigkeit des Pferdefuhrwerk bei 3,8x der Betriebskosten wobei die Alterung beim Cannstatt langsammer vonstatten geht da doppelte Lebenszeit. Allerdings hast du auch einen wesentlich weiteren Einzugsradius was die Versorgung angeht und dir vielleicht neue Linien ermöglicht welche vorher zu lang gewesen wären.

    i7-4700MQ | GTX 765M 2GB | 8GB | Win7 64bit
    i7-7700HQ | GTX 1070 8GB | 16 GB | Win10 64bit

    Einmal editiert, zuletzt von Shinji ()