Die SoKo "Nasser Tod" hatte jetzt auch vorzeigbare Fotos der Leiche aus dem Fluss. Die konnte man den Leuten bei Befragungen zeigen, ohne dass sie sich gleich übergeben mussten, denn die Identität der Toten war ja noch immer nicht geklärt. Die Aufgaben für die kommenden Tagse waren klar verteilt:
Kommissar Perrick blieb im Büro, schrieb Berichte, ordnete die Ermittlungsergebnisse und nahm neue Erkenntnisse entgegen.
Thomas und Heinrich Müller, nicht verwandt und nicht verschwägert, sollten rausfahren und zuerst die Uferstraßen nach Stellen absuchen, an denen sich zwischen der Liebfrauenkirche und der Labener Brücke eine schwere Leiche möglichst unauffällig in den Fluss werfen ließ. Danach sollten sie zum Hotel Pröver Hof fahren und dort herausfinden, ob es Zeugen gab, die gesehen haben, was mit dem ertrunkenen Zimmermädchen genau passiert ist und ob vielleicht jemand dabei war, der bei ihrem Tod nachgeholfen haben könnte. Die drei anderen SoKo-Mitglieder sollten vorerst wieder den normalen Dienst aufnehmen, also auf Streife fahren, Anzeigen aufnehmen und Berichte schreiben.
Zeitlich sind wir im Zeitalter vor dem Computer, vor allgegenwärtigen Handies und vor der DNA-Analyse. Auch kann zu diesem Zeitpunkt noch niemand Transport Fever 2 spielen, was eigentlich irgendwie paradox ist...
Am nächsten Tag sehen wir hier Kommissar Perrick und die Herren Müller und Müller bei der letzten Besprechung vor der Abfahrt zu ihrer Erkundungsrunde durch das mittlere Noseltal.

Heinrich und Thomas sind seit Jahren ein eingspieltes Duo, Thomas ist der Jüngere und wird darum von allen Kollegen "Müller Zwo" genannt.
Sie kletterten also in ihren T3 und es ging los. Der 50 PS Saugdiesel tat sich an manchen Steigungen der Noseluferstraße etwas schwer, aber sie kamen gut voran.
Kleiner Einschub dazu: Ich hatte selbst mal einen T3 als Campingbus, der hatte den später extra für den T3 entwickelten 1,7 Liter Motor mit immerhin 57 PS. Die einzigen Autos, die ich damit in einer Autobansteigung überholen konnte, waren T3 mit dem 1,6 Liter 50 PS Motor. Aber es war ein genial konstruiertes Auto.
Kurz hinter der Liebfrauenkirche passierten sie die Brücke eines kleinen Bachs, der einen höhergelegenen See in die Nosel entwässert. Wenn hier jemand eine beschwerte Leiche auf der Noselseite der Brücke ins Wasser wirft, würde die sicher tief genug versinken und könnte auch von hier abgetrieben sein.

Sie untersuchten die Stelle...

...aber es fanden sich keine Hinweise darauf, dass hier jemand einen Körper ins Wasser geworfen haben könnte.
Weiter ging es...

...vorbei am Bahnhof von Zweikirch, wo eine winzige Köf einen vierachsigen Umbauwagen (AB4yg) als Rangieraufgabe ständig herumzerrt.
Ein kurzes Stück weiter meinte Thomas "Der Streckenposten da unten steht direkt am Wasser, da könnte man alles im Fluss versenken."

"Ja" brummte Heinrich, "mach ein Bild davon, den merken wir uns auch"
Die Villa des Direktors der Noselbahn...

...Rückzugsort, wenn es auf der Burg Rabenstein doch zu ungemütlich wird oder die Pflichten ihn zu oft ins Büro rufen.
"Nach der Lage der Hütte könnten die was mitgekriegt haben" murmelte Thomas.
"Der Noseleyfelsen" Thomas drückte auf den Ausloser der Kamera.

"Mann, du bist hier nich auf Urlaub, der Film hat auch nur 36 Bilder und wir wissen nicht, wieviele wir noch machen werden."
"Schon gut, ich habe noch zwei Filme dabei. Das ist doch ne hübsche Ecke dort, aber um ein Riesenpaket von 100 Kilo von der Plattform ins Wasser zu schmeissen, muss man schon Schwung holen damit, sonst würde es in den Felsen hängen bleiben. Ich kenn den Platz, bin öfter da. Da steht immer so ein schwarzer Typ in einem Sarg rum und macht Buh, komischer Kauz ist das."
Ein kurzes Stück weiter waren sie am anderen Noselufer unter den Brücken der Landstraße und der TTB.

Die Straßenbrücke kam auf jeden Fall als einer der Ablageorte in Frage. An beiden Enden der Brücke befindet sich ein Streckenposten der Bahn. Sollten die rund um die Uhr besetzt sein, könnte sch eine Befragung lohnen.
Unweit dieser Brücken legten sie einen Halt beim Bootsclub Laben-Labach ein.

Eine Befragung der wenigen anwesenden Mitglieder brachte aber nichts zu Tage. Niemand hatte etwas gesehen oder gehört.
Dabei können Leute mit Zugang zu Booten, so hatte es ihnen Kommissar Perrick eingeschärft, selbst auf dem Fluss etwas gesehen haben oder sie haben sogar bei der Versenkung der Leiche geholfen.
In der Nachbarschaft zum Bootsclub residieren die Eisenbahnfreunde Laben-Labach.

Soweit es Heinrich wusste, betreiben die einen restaurierten elektrischen Triebwagen, pendeln damit auf eigene Rechnung zwischen Laben-Labach und Mues und bedienen dabei als einzige Anbieter den Anschluss eines gegenüber von Pfalzkyll vertäuten Restaurantschiffs. Die Gleise und die Trasse stellt die Noselbahn zur Verfügung, um den Erhalt des 60 Jahre alten Triebwagens kümmert sich der Verein. Wegen der Lage am Ufer wurde der Verein notiert und die SoKo wird dort später jemand zur Befragung hin schicken.
Hinter dem Ortseingangsschild von Laben-Labach beginnt die Uferpromenade.

Hier könnte man eine Leiche ins Wasser befördern, allerdings stets vor den Fenstern der Anwohner. Hier sollte die ganze Straße befragt werden.
Nur ein kurzes Stück weiter stehen keine Häuser mehr an der Uferstraße.

Solch ein Ort kam auf jeden Fall in Frage.
Die zweite Brücke zwischen den Ortsteilen von Laben-Labach...

...war auch gleichzeitig die letzte Straßenbrücke, die als Ablageort der Leiche in Frage kam.
"Was meinst du hierzu?" fragte Thomas, als sie die hohe Uferstraße in Laben-Labach Altstadt entlangfuhren.

"Links unter uns sind viele Büsche im Hang, da muss unser Täter wieder Leichenweitwurf machen."
"Oder die Tote runterschleppen...?"
"Nee, dauert zu lange und ist zu auffällig, hier wohnen doch Leute."
"Aber die könnten bei der Wohnlage was gesehen haben, auf jeden Fall mal nachfragen."
"Für's Familienalbum."

Thomas drückte grinsend auf den Auslöser, als sie auf den alten Aussichtsturm über Laben-Labach zu fuhren.
Diesen Bahnübergang lieben alle in Zweikirch.

Ständig muss man hier endlose Güterzüge abwarten. Was bei dem Zug links aussieht wie Traktoren der DDR-Marke Fortschritt ZT 300 , ist tatsächlich Stahl. Lädt man Stahl auf die richtigen Wagen, erscheinen die Traktoren als Ladung. Damit diese Wagen nicht so leer aussehen, muss aus allen Ecken des Noseltals Kohle und Erz zum Stahlwerk in Noselspring transportiert werden.
Auf Höhe der Liebfrauenkirche hatten die beiden Müllers den abzusuchenden Bereich schon wieder verlassen und so gönnte Thomas sich und uns noch ein Foto für das Familienalbum.

Ein alter Wehrturm in den Weinbergen unterhalb der Liebfrauenkirche, sicher noch aus der Zeit, als die Noseltaler sich untereinander heftig um jeden Weinstock gezankt haben.
"Okay, ab nach Hause" freute sich Heinrich und gab Gas. Der überforderte Motor schob das Auto mühsam im zweiten Gang den Berg hinauf, doch man kam mit dem Ding irgendwann auf jedem Berg oben an
Bei der Besprechung dieses Abends holte der Kommissar die drei anderen Kollegen wieder aus dem regulären Dienst. Die sollten möglichst viele der von den Müllers ausgekundschafteten Adressen aufsuchen und die Leute dort befragen und auch ein Bild der Toten zeigen, denn man brauchte drigend einen Namen für die Frau aus dem Schilf.
Die beiden Müllers sollten, wie vorher besprochen, zum Noselhotel Pröver Hof fahren und dort herausfinden, ob der Tod des Zimmermädchens wirklich ein Unfall oder vielleicht doch Mord war. Wenn nötig, sollten sie dort auch übernachten.
"Aber" so der Kommissar, "zieht Euch was Anständiges an, das Noselhotel ist auch ein Nobelhotel. In Uniform wollen wir dort nicht aufkreuzen, das mögen Hoteldirektoren nicht so gern, weil es ihre Gäste verschreckt. Findet ihr heraus, ob wir die Akte schließen können oder ob wir dort doch in Uniform einrücken müssen."