Beiträge von Rauschpfeiff

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    Noch ein paar letzte Tests in der heißen Sierra Nevada


    Das sind aber keine zulässigen Zuggarnituren* ;)

    Na gut, für Strecken in der Sierra Nevada gelten ja deutsche Regeln nicht, aber ob die Sitzmöbeloberfläche bei den Temperaturen da so angenehm ist? :D




    * = Zur Erklärung: Der VT95 wurde nur mit jeweils einem Beiwagen pro Triebwagen gefahren. Maximal zulässig waren Zugbildungen aus zwei VT und zwei VB. Wendezugfähig war der VT95 nicht, allerdings erhielten die letzten Serienfahrzeuge eine Kleinsteuerung der Firma AEG, die schnell in vielen Einheiten nachgerüstet wurde. Die Kleinsteuerung ermöglichte, daß Garnituren aus VT-VB-VT und VT-VB-VB-VT ohne Umsetzen oder ohne zweiten Lokführer gefahren werden konnten. Solche Garnituren waren in den 60er und 70er Jahren sehr häufig.
    Und um mein Eingangsstatement etwas zu relativieren: Es gab wohl auch ganz selten und ausnahmsweise mal Zugbildungen mit VT+VB+VB, aber da musste die Strecke schon sehr sehr flach sein :)

    Warum ähnelt der Triebwagen den Ferkeltaxe aus dem Osten?


    Also die vermutlich passende Antwort auf deiner Frage lautet: Weil's tatsächlich die Ferkeltaxe aus dem Osten ist. MaikC und Skyjoe modden gerade sowohl die Neuauflage der Uerdinger West-Schienenbusse als auch den Ost-LVT.

    Und so ähnlich finde ich beide eigentlich gar nicht. Man sieht dem DR-Modell schon sehr deutlich an, daß es 10 Jahre jünger ist

    War der noch zu retten, oder ist der verschrottet worden?


    Das hab' ich vor ein paar Tagen auch mal rauszufinden versucht, leider ohne Erfolg. Der letzte Stand, den ich da recherchieren konnte, war immernoch der, daß er irgendwann von Hermeskeil nach Zittau überführt wurde und dort aufgearbeitet werden sollte. Wie lange ist die Sichtung in Frankfurt denn her? Hast du mal bei der HEF nachgefragt?

    Ohje, da hab' ich ja was angestoßen. Ich hatte schlicht nicht mehr ganz auf dem Schirm, daß die BordBistros nur auf Basis der m-Wagen umgebaut wurden, was ja auch irgendwie klar war, aber ... naja, manchmal vertut man sich. Und ich hab's so verstanden, daß Maverick hier der Spezialist für Halberstädter ist.


    Die Modwerkstatt hat momentan so viel auf dem Zettel stehen, da wollte ich mit sowas erst gar nicht ankommen. Aber in dem Fall hier gehört das wirklich eher in deren Bereich.

    Klar, "Reviere" gibt's hier natürlich nicht. Ist aber am Ende auch eher 'ne ganz pragmatische Frage, würde ich sagen.

    Tolle Sache!

    An denen bin ich persönlich allerdings gar nicht so sehr interessiert. Ich laborier ja an 'ner großen Karte mit viel "Region", da geht's mir eher um ein bißchen Abwechslung im Nebenbahnbereich, also auch ein paar NE-mäßige Strecken. Da würden sich die deutschen NE-Varianten ganz gut machen.

    Aber ich bin ja sowieso schon wirklich happy, daß du/ihr so engagiert an den Uerdingern dran seid :D Ich mag die Teile so gerne, ich muss mich schon immer mal wieder zügeln, daß die bei mir nicht auf der ganzen Karte unterwegs sind. Zuviel des Guten ist ja dann irgendwann auch unrealistisch.

    Redundanzen allemal :)

    Gut, bei so Exoten wie dem Hersfelder-Gliederuerdinger wird's dann schon kniffliger. Aber im Normalfall geht's da höchstens um die abweichende Stoß- und Zugvorrichtung, manchmal Übersetzfenster (wie bei den ÖBB-Uerdingern) und eben um die Lackierung. Hier zum Beispiel einer der Hersfelder:

    [Blockierte Grafik: https://upload.wikimedia.org/w…_1993_in_Werk_Hattorf.jpg]

    Sieht erstmal nach VT98 aus, ist aber ein VT95 mit vollständiger Kauleiste :D
    Die Bentheimer Eisenbahn, die Hersfelder Kreisbahn, die AKN und ein paar andere NE-Bahnen haben solche Sonderanfertigungen geordert.

    Siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/…Privatbahn-VT_98%E2%80%9C

    Und wenn ich ihn schon erwähnt habe: Diese Hersfelder 3er-Clique hier war wirklich der größte Exot in unseren Breiten. Nur die RENFE hatte vergleichbares:

    https://de.wikipedia.org/wiki/HKB_VT_54/VM_56/VS_55

    Bleibt bitte beim Thema bevor hier wieder ausgekehrt werden muss.


    Ich hab' die Frage durchaus ernst gemeint *schulterzuck*. Vielleicht hätte ja jemand Lust, für den NE-Uerdinger zusammenzulegen (also die einmotorigen aber mit voller Zug- und Stoßeinrichtung ausgerüsteten VT95 für NE-Bahnen wie die für Hersfeld, Bentheim usw. usf. ...).

    die Kenntnis der Methoden und eine gewisse Skepsis gegenüber einfachen Lösungen bieten zwei einfache Ansätze, um solche Demagogen als solche zu erkennen und ihre Äußerungen richtig einzuordnen


    So siehts aus.
    Aber wir leben halt paradoxerweise auch in einer Zeit, in der die Menschen einerseits mit Bullshit, Infomüll und Werbung überhäuft werden, in der aber andererseits Bildung, gesunde Skepsis und Wissbegierde immer mehr als Luxus und Privileg eingeordnet werden.

    Daß nicht jeder Mensch biblisches Hebräisch lernen kann, ist da am Ende dann noch das kleinste Problem. So funktioniert ja auch Wissenschaft nicht. Spezialisierungen sind ja ganz natürlich und notwendig für jede Form von wissenschaftlichem Fortschritt.

    Damit ist es auch nicht zu vermeiden, daß immer wieder Leute daherkommen, die sich einzelne, ihnen genehme Aspekte herauspicken und sie mit Feuer und Schwefel in der Stimme vertreten


    Ich versuche mal, das wieder aufs Thema zu lenken:

    Das Problem ist halt, daß die homophoben Wortführer sich dieser Spannung sehr bewusst bedienen. Mit propagandistischen Mitteln, die man letztlich auch zur Verbreitung jeder anderen These einsetzen könnte. Natürlich behaupten diese Leute selbst, alle anderen würden sich nur "das herauspicken, was ihnen gefällt" und daß nur sie selbst die Bibel so richtig ernst nehmen würden und "bekenntnistreu" oder "lehramtstreu" seien usw. usf. Und wenn man dann, ohne weitergehende Kenntnis der theologischen Forschung, in die Bibel schaut, sieht man deren Position vermeintlich bestätigt. Erst recht, wenn man eine schlechte, tendenziöse Übersetzung oder ein entsprechendes Glossar vorliegen hat.


    Das ist gar nicht mal so sehr ein Problem einer Diskrepanz zwischen Theologie und gelebtem Glauben. Der Abstand zwischen beidem ist mal größer und mal kleiner, in der Hochphase der Reformation zum Beispiel war er in manchen Regionen sehr sehr gering. Auch in Phasen wie zum Beispiel der Nachkriegszeit war er kleiner. Aber auch wenn der Abstand größer ist, heißt das nicht automatisch, daß dann toxische Überzegungen zwingend besser gedeihen. Manchmal schafft der Abstand auch eine gesunde Distanz zu Fehlentwicklungen, die dann wieder anders kritisiert werden können. Die Entwicklung im 19. Jahrhundert zeigt das ganz gut. Und daß die meisten Leute sich wenig mit kirchengeschichtlichen Detailfragen oder Details der Abendmahlslehre usw. beschäftigen ist ja auch völlig in Ordnung.
    Und es gibt ja auch andere biblische Themen, bei denen ein seriöses Verständnis dessen, was damit über die wörtliche Übersetzung hinaus gemeint ist, weitgehend common sense ist.


    Das Problem beginnt eher da, wo dieser Abstand gewollt ist und aktiv betrieben wird, weil er Voraussetzung für die Akzeptanz einer bestimmten Ideologie ist. Homophobe, Sexisten usw. an den kirchlichen Rändern betreiben ja bewusst eine Propaganda der Abwertung der seriösen Theologie, um ihre Anhänger gegen seriöse Einsprüche zu imprägnieren.
    Da wird munter abgelenkt, es werden munter Strohmänner konstruiert usw.

    Beispiel: Ein seriöser Theologie erklärt, daß man die Bibelstellen, die vermeintlich von Homosexualität sprechen, nicht verstehen kann, ohne zu wissen, worum es dabei tatsächlich geht. Also was die Menschen damals tatsächlich vor Augen hatten, wie die sozialen und sexuellen Zustände in der römischen Antike waren, im hellenistischen Kulturkreis im Mittelmeerraum usw. (Spoiler: Mit homosexuellen Beziehungen im modernen Sinne hat das nichts zu tun, auch nicht mit "Homosexualität" als sexueller Orientierung, die den damaligen Horizont völlig gesprengt hätte). Der homophobe Schwurbel-Propagandist bringt dann dagegen in einer Minute 2-3 apologetische Nebelkerzen (irgendein oberflächlich wiedergegebenes altgriechisches Militärritual wie die Schar von Theben oder so, das belegen soll, daß es damals ja schon "homosexuelle Beziehungen" wie heute gegeben hätte), deren Dekonstruktion dem seriösen Theologen aber viel Zeit kostet. Dann sagt der Propagandist vielleicht noch: "Eure Kirche glaubt ja auch nichtmal an die leibliche Auferstehung!" (also letztlich eine reine Glaubensfrage, zu der es auch in den Kirchen ganz unterschiedliche theologische Ansichten gibt) oder irgendeinen anderen Strohmann, um sein Gegenüber für die eigene Gruppe zu delegitimieren und vulgärkonservative Reflexe zu bedienen.

    So wird der Abstand künstlich vergrößert, aus einer bestimmten Absicht heraus (also hier: um homophobe Ansichten zu verteidigen). Für die Homophoben sind akademische Theologen denn "Theolügen" und werden um der Distinktion wollen pauschal mit anderweitig umstrittenen Haltungen identifiziert, die eigentlich nur Minderheitsposition sind, aber sich prima als Diffamierungsfläche eignen.


    Daß auf der anderen Seite (Frei-)Kirchen, die mit solchen Mitteln Menschen an sich binden wollen, tausende Aussteiger und schwer Traumatisierte im Jahr "produzieren", wird dabei natürlich ausgeblendet.
    Aber durch die Möglichkeiten der sozialen Medien und das politische Kulturkampfklima der letzten Jahre hat deren Propaganda zusätzlich massive Verstärkungseffekte genossen, die den Fokus mehr auf den Grusel über deren öffentliche Lautstärke und vermeintlichen "Erfolge" legt (dann halt als letztlich unterhaltsame Skandale gelesen, siehe queer.de) und weniger auf den Schaden, den sie anrichtet und deren seriöse Gegenstimmen. Die werden weitgehend marginalisiert und unsichtbar gemacht, obwohl sie in ihren Religionsgemeinschaften eigentlich für die breite Mehrheit sprechen.

    All diese Faktoren bestimmen den Propagandaerfolg der Hetzer.

    Eine fundierte, über jeden Zweifel erhabene theologische Begründung dafür wurde meines Wissens nie gefunden.


    Es liegt im Wesen theologischer Begründungen, daß sie niemals "über jeden Zweifel erhaben" sind. Wer auf sowas hofft, der kann nur enttäuscht werden. Was dabei herauskommt, wenn man es doch versucht, sieht man am Zustand der katholischen Lehre. Nur eine Theologie, die um ihre Grenzen und um ihre Vorläufigkeit weiß und damit leben kann, daß sie sich in einem ständigen Plausibilisierungsprozess befindet, kann solche Fragen wirklich sinnvoll reflektieren.


    Zu Hesemann und co.: Diese an die Sievernich-Blase angehängte Nummer, die er da fährt, ist auch in der vulgärkonservativen und rechtskatholischen Szene relativ isoliert. Da stellen sich andere geschickter an. Die hier in der Region einschlägig bekannten Gruppen haben sein Geschwätz nicht verbreitet. Und solche polnischen Medien drucken alles, das homophob genug ist. Queer.de hat bei solchen Dingen leider keinen Überblick und liefert immer wieder grottenschlechte (und teilweise schlicht falsche) Einordnungen kirchlicher Themen, schon seit Jahren. Ist halt ein Kölner Medium. Da sitzen ein paar halbgebildete kölschselige Wichtigtuer und picken alles raus, das sich zu Klicks machen lasst, selbst wenn sie dabei in Kauf nehmen, irgendwelchen Z-Klasse-Haßpredigern überhaupt erst zu Reichweite zu verhelfen, anstatt Aufklärung über andere weniger auffälligen, aber sehr viel wirkungsvollere homophoben Seilschaften in der katholischen Kirche, den orthodoxen Kirchen, Freikirchen oder an den extremen Rändern der evangelischen Kirchen zu betreiben. Mich ärgert das schon seit vielen Jahren.


    Hesemann kann sich jetzt freuen. Mit seinem Geschwurbel sticht er dank der Publicity durch queer.de jetzt aus der Masse der "Flutdeuter" heraus und hat dadurch einen ziemlichen Schub erfahren. 500 empörte Kommentare schaden ihm ja nicht, ganz im Gegenteil.

    Und theologisch sind deren Standpunkte alle gleich dünn. Das ist reine Schwurblerei und biblische Rosinenpickerei auf einem hermeneutischen Stand, die der seriösen wissenschaftlich betriebenen akademischen Theologie seit 300 Jahren hinterherhinkt. Und diese Leute wissen das letztlich auch und wissen, daß sie deshalb nur durch solche Skandale, durch politischen Anschluss an rechte Bewegungen und deren Kulturkampfrhetorik überhaupt überleben können.

    Sie profitieren dabei aber auch sehr stark davon, daß die theologische Bildung der breiten Masse in den letzten 30-40 Jahren massiv zurückgegangen ist. Die Hochphase, die sie in den 50ern und 60ern noch hatte, als die Theologie (beider großen Konfessionen) sich nach den Kriegserfahrungen neu aufgestellt hat, in einer Öffentlichkeit und Transparenz die es vorher nie gab, ist halt schon lange vorbei. Der "Drive" des 2. Vatikanischen Konzils ist in der katholischen Kirche schon längst raus und in den evangelischen Kirchen herrscht gerade in den Strukturen, die die meiste öffentliche Sichtbarkeit genießen, eher eine Stimmung vor, die niemanden herausfordern und niemandem intellektuell etwas abverlangen möchte und dabei übersieht, daß sie sich selbst damit das Wasser abgräbt und ihre eigene Relevanz erstickt.

    Die Leere, die dadurch entsteht, kann sehr leicht von Hetzern und Schwurblern gefüllt werden, die sich den Leuten, mangels seriösen Vergleichs, auch noch als die "Wahren" und "Frommen" und "Bibeltreuen" verhökern können, weil die theologischen Fortschritte der letzten 40 Jahre, gerade was Sexualethik und theologische Geschlechterforschung betrifft, in der breiten Öffentlichkeit nie so wirklich angekommen sind. Klar, man weiß, daß die evangelischen Kirchen ihre Homophobie, zumindest mehrheitlich, weitgehend überwunden haben. Aber daß das nicht einfach nur, wie die Rechten und die Hetzer behaupten, "Anbiederung an den Zeitgeist" war, sondern Ergebnis eines intensiven, biblisch fundierten theologischen Arbeits- und sozialgeschichtlichen Forschungsprozesses, der sich über mehrere Jahrzehnte vollzogen hat, haben die Wenigsten wirklich wahrgenommen. All das spielt den Homophoben und ihren politischen Verbündeten massiv in die Hände.
    Und die deutsche Hobbykeller-"Religionskritik" hat davon halt leider auch nicht mehr Ahnung, feiert halt Kirchenaustritte aber durchblickt nicht, daß dieser Substanz- und Strukturverlust ganz neue Probleme schafft und mittelfristig homophobe Hetze eher begünstigt.
    Tja, wir leben halt in absurden Zeiten.


    Ach und, MaikC , der Beitrag ist ja wohl safe im Rahmen des Themas, oder? Wäre doch wirklich blöd, wenn man zu dem Thema hier keine fundierteren Einschätzungen liefern dürfte.