Ein Produzent liefert an jeden Abnehmer, den er erreichen kann. Das ist kein Bug sondern Spielmechanik. Als Spieler hat man keinen Einfluss auf die Verteilung. Das einzige was man machen kann, ist, keinen nutzbaren Transportweg zwischen denjeningen Produzenten und Abnehmern zu erstellen, die keine Geschäftsbeziehungen haben sollen. Wir sind letztlich nur ein Transportunternehmen und keine Wirtschaftssteuerung. Im Real Life haben die Transporteure (Bahn, Post, Speditionen) auch keinen Einfluss darauf, wer wieviel an wen und über welche Strecke liefert.
Jede Fabrik und auch die Städte haben ja ihren Informationdialog, wenn man auf sie klickt. Produzenten haben einen Tab "Abnehmer" und Konsumenten haben einen für "Lieferanten". Dort siehst du alle möglichen Quellen bzw. Ziele und welcher Anteil der Güter woher kommt und wohin geht. Das sollte erklären, warum Güter auf dem Zug bleiben.
Zumindest in dem nachgestellten Beispiel möchtest du zwei Produktionsketten mit einem Zug bedienen, vermutlich um Betriebs- und Anschaffungskosten zu vermeiden. Das klingt erstmal vernünftig, hat aber auch Nachteile. Der größte Haken ist, dass du die Kapazität nicht auf die einzelnen Teilstrecken anpassen kannst. Rohöl zu Öl hat ein Verhältnis von 2:1. Im linken Teil kann man zwar das Rohöl der zweiten Quelle von links auf dem Rückweg mitnehmen, wenn der Zug (theoretisch) leer ist, aber die beiden Quellen ganz rechts nehmen ihre Menge auf einmal mit. Du brauchst also allein für das Stück rechts eine doppelt so hohe Kapazität wie auf dem Rest der Strecke. Wenn dann noch die Endabnehmer unterschiedliche Raten haben, hast du noch mehr Leerkapazität rumzufahren. Wie groß der Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit mit Berücksichtigung der Betriebskosten ist, kommt letztlich auf die Details der Karte, die Streckenführung und auch auf den Schwierigkeitsgrad an.
Für eine wirtschaftliche Spielweise ist die "Rate" von großer Bedeutung. Fabriken haben eine Produktionsrate, Linien haben eine Transportrate und die Städte haben auch eine Rate. Mit diesen Ratenangaben kann man sehr gut die Transportkapazitäten planen. Man kann das zwar nicht direkt umrechnen, aber man kann die Kapazität solange feinjustieren, bis die Raten übereinstimmen. Die Städte wachsen zwar und erhöhen ihre Abnahmerate, aber abgesehen davon ist der Fluss der Güter ziemlich konstant. Für mich ist die Rate von hoher Bedeutung. Wenn man zwei Lieferketten auf einer Linie miteinander mischt, hat man mehr Schwierigkeiten, die Rate zu überwachen und zu justieren, als auf separaten Linien. Schon allein deswegen würde ich so einen Mischtransport kritisch betrachten.