Ein Betrieb, der nach wirtschaftlichen Grundsätzen geführt werden muß und von dem Gewinnausschüttungen gewünscht werden, muß ganz anders haushalten als einer, der aus dem Vollen schöpfen kann und von dem die Aufrechterhaltung einer staatlich gewünschten Infrastruktur gefordert wird:
Und genau das ist etwas, das ich stark kritisiere. Es gibt Dinge, Güter, Dienstleistungen, die einfach nicht in private oder privatwirtschaftlich handelnde Hände gelegt werden dürfen, weil die gesamte Bevölkerung darauf angewiesen ist. Dazu zählt für mich u.a. der ÖPNV. Das hat nichts mit Kommunismus zu tun, aber die Frage, wieso es möglich und erlaubt ist, dass einige wenige an Dingen verdienen, die alle Menschen benötigen und nicht anderweitig beziehen können, muss gestellt werden.
Was Transport angeht, ist die einzige Alternative zum ÖPNV der Individualverkehr, und den kann sich nicht jeder leisten. Wenn Du aber arbeiten musst, um Dir ein Auto leisten zu können, das Du benötigst, um zur Arbeit zu gelangen, ist mit der Welt, in der Du lebst, etwas ganz und gar nicht in Ordnung. Und damit meine ich nicht, dass einfach nur Deine Arbeitsstelle zu weit entfernt ist, um zu Fuß hinzugelangen.
Staatlich geführter und finanzierter ÖPNV dagegen könnte sogar für Bürger kostenlos sein, und würde so nicht nur den Autoverkehr reduzieren, sondern auch ein wichtiger Beitrag sein, um soziale Benachteiligungen zu verringern. Viele Länder und Regionen haben das bereits eingeführt und gute Erfahrungen damit gemacht.
Aber das geht eben nicht, wenn Profitgier die Hauptantriebsfeder des Betreibers ist. Und egal, wie man es nennt, dreht oder wendet: es ist im Grunde nichts anderes als Profitgier derjenigen, die an der Spitze eines privatwirtschaftlichen Anbieters einer Ware oder Dienstleistung stehen. Kein Unternehmer handelt aus purem Altruismus, es geht immer nur im die Vergrößerung des eigenen Kontostandes, um den eigenen Wohlstand.