Carbonunit: So wie guapo298 würde ich es nicht machen. Warum?
1. nehmen die Industrien nicht viel ab, wenn ihre Produkte nicht abgenommen werden, und
2. fahren die Fahrzeuge die halbe Strecke leer, kosten aber genau so viel (wie PMV schon geschrieben hat).
Meiner Erfahrung nach wirft anfangs der Personentransport kaum Gewinne ab (ich habe aber von jemandem gehört, der mit einem sehr dichten Haltestellennetz doch einiges an Gewinn gemacht hat - im Gegentum zu dem, was sonst so kolportiert wird. Das muß ich aber noch ausprobieren. Oder Du, wenn's Dir Spaß macht.) Also geht's mit Gütern los.
Wichtig ist, daß Du für jedes Stück Fracht, das Du transportierst, proportional zur Luftlinie (und zum "Luxus" des Fahrzeugs, ist aber uninteressant, wenn Du praktisch nur Kutschen hast) bezahlt wirst. Das Spiel gibt Dir für eine Fahrt voll hin - leer zurück nur einen sehr schmalen Gewinn. Wenn Du aber etwas zurückzutransportieren hast, kostet das Dich nicht mehr, Du kassierst aber. Das ist der zentrale Punkt.
Ich plane immer eine Güterkette für die ganze Karte durch, auch wenn ich nicht alles sofort bauen kann. Ich nehme als einfaches Beispiel Nahrung, weil ich meistens damit anfange (Baumaterialien sind genau so einfach, beim Rest gibt es mehr zu überlegen, aber das Prinzip bleibt). Mein Ziel ist, möglichst wenig leer zu fahren. Im Hinterkopf ist auch zu behalten, daß die Lebensmittelfabriken aus zwei Ladungen Getreide eine Ladung Lebensmittel machen.
Dazu schaue ich mir an, welche Städte nach Lebensmitteln verlangen, wo die Fabriken sind, und wo die Farmen sind. Oft sogar mit einer Skizze auf Papier. TpF2 kommt mit komplexen Verbindungen ziemlich schlecht zurecht, deshalb versuche ich erst einmal, jede Stadt nur aus einer Lebensmittelfabrik zu versorgen (oder umgekehrt, aber meistens gibt's mehr Städte, die Lebensmittel haben wollen als Lebensmittelfabriken). Eventuell hängen auch mehrere kleinere Städte an einer Lebensmittelfabrik. Es muß nicht die jeweils nächste Fabrik sein - etwas Strecke erhöht den Profit (nicht so sehr pro Kutsche, aber Du kannst mehr Kutschen profitabel betreiben ...). Dann versuche ich die Farmen (von denen es idealerweise doppelt so viele wie Fabriken gibt) so aufzuteilen, daß die eine Hälfte möglichst nahe zu jeweils einer der zu versorgenden Städte (Typ A), die andere nahe an einer Fabrik (Typ B) liegt - Hinterkopf aktivieren. Dann richte ich die Infrastruktur und die Linien ein; letzere gehen einmal von Farm Typ A zur Fabrik und dann zur Stadt, die nahe an der Farm liegt. So hast Du nur eine sehr kurze Leerfahrt von der Stadt zur Farm.
Wenn Du nichts weiter unternimmst, ist die Tour zur Stadt aber nur halb beladen. Hier kommen die Farmen Typ B ins Spiel. Sie bringen noch einmal die gleiche Menge Getreide zur Fabrik, so daß die ersteren Kurse auch den Rückweg voll beladen antreten können. Da die zweiten Touren aber nur wenig Gewinn einfahren, ist es besser, wenn sie kurz sind.
TpF2 ist nachfragegetrieben. Daher mußt Du immer ein Auge auf den Verbrauch der Stadt haben. Es hat keinen Sinn, die Rate der Tour über den Verbrauch hinaus anzuheben, das sorgt nur für Leertouren.
Gibt's noch was zu tun? Ja.
Da Du nur für die Luftlinie bezahlt wirst und das ursprüngliche Wegenetz ziemlich mies ist, solltest Du mit dem ersten freien Geld die Wegführung optimieren: Möglichst kurze Wege, keine großen Steigungen, keine engen Kurven, so gut es das Gelände zuläßt. Belebte Kreuzungen entschärfst Du möglichst bald mit Brücken. Der Gewinn pro Transport bleibt gleich, aber Du brauchst weniger Fahrzeuge für die gleiche Transportleistung, und der Unterhalt von Straßen wird von der Staatskasse bezahlt, wenn Du sie nicht zu Privatstraßen machst.
Wenn Du genug Geld verdienst, kannst Du Dir auch in den Städten, die aufgrund der Versorgung wachsen, auch schon den Platz für die ersten Bahnhöfe reservieren. Das kostet laufenden Unterhalt, und im Vergleich zu ein paar Kutschen nicht wenig, aber bei ein paar hundert Kutschen kann man sich das leisten. Und es kostet weniger Nerven, wenn einem die wachsende Stadt nicht den schönsten Platz wegnimmt.
Ernsthaft fange ich aber erst an, mich um Personentransport zu kümmern, wenn alle Nahrungsmittel und möglichst auch alle Baumaterialien angeschlossen sind. Wenn Du das obige gut gemacht hast, ist genug Geld da.
Noch zur Modernisierung von Fahrzeugen: Im Gegensatz zu TpF ist das in TpF2 nicht so wichtig. Der einzige Effekt ist, daß ungewartet Fahrzeuge in TpF2 mehr Lärm machen. Das mögen die Einwohner nicht und Du bekommst Minusprozente bei der Stadtgröße. Die Unterhaltskosten bleiben in der Zeit gleich und hängen nur von Deinen Einstellungen ab. Du kannst Deine Kutschen von 1850 bis 2000 auf dem niedrigsten Wartungslevel betreiben - sie machen Krach aber fahren keine Verluste ein. Ersetzen mußt Du sie nur, wenn Du wirklich einen anderen Fahrzeugtyp auf der Strecke haben möchtest.
Wenn Du die Fahrzeuge nicht dauernd im höchsten Wartungslevel (den ich prohibitiv teuer finde) betreiben möchtest, gibt es eine Methode, die bei einigen vielleicht Naserümpfen hervorruft: Du kannst die Wartungskosten nur für für wenige Monate erhöhen, bis das Fahrzeug wieder in gutem Zustand ist. Dann kannst Du den Unterhalt wieder reduzieren, und es dauert ein paar Jahre, bis das Fahrzeug verschleißt.
Den Aufstand einer guten Wartung mache ich eigentlich nur beim städtischen ÖPNV, weil Immissionen nur Wohngebieten negative Auswirkungen haben. Bahnhöfe setze ich gerne auf die andere Seite der Stadt ins Industriegebiet (hat auch den Vorteil, daß die Sims Deine Busse und Straßenbahnen benutzen müssen). Und bei fortgeschrittenem Spiel hat bei mir jede Stadt ein ausgedehntes Straßentunnelsystem, dessen Eingänge in unmittelbarer Nähe der kleinen Güterhaltestellen sind, von denen aus Geschäfts- und Industriegebiete versorgt werden. Du kannst sogar die Eisenbahnlinien in der Nähe der Städte im Tunnel durch selbst aufgeschüttete Berge führen, oder die Bahnhöfe in Troglage setzen - das mache ich irgendwie sehr gerne in der Rumänien-Karte aus der Kampagne, weil sich die Topographie von Bukarest dafür anbietet und man eh mit viel zu viel Geld startet. Auch das kann man als gamey ansehen, aber solange Du nur für Dich spielst, gibt es nur eine Person, die das stören darf.