Norwegen: Verkehrsstillstand im ganzen Land

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Das Team der Transport-Fever Community


  • Diesen Super-GAU erwarte ich auch bei den SBB.

    Fast alles nur noch durch drei Zentralstellwerke gelenkt.

    Ein kleiner Bit-Wurm und alles steht still.


    Die Digitalisierung wird ihren Preis forden, früher oder später.

  • Die Digitalisierung wird ihren Preis forden, früher oder später.

    Zu dem Thema empfehle ich das Buch "Blackout - Morgen ist es zu spät" von Marc Elsberg (ISBN 978-3-7645-0445-8), wer es noch nicht kennt. Beängstigende Aussichten.

  • Das Zauberwort heißt Redundanz. Die ist zwar auf den ersten Blick teuer, aber billiger als die Alternative.


    Techniker in dieser Runde werden den "Single point of failure" kennen. Das ist ein Element eines Systems, dessen Ausfall den Ausfall des Ganzen nach sich zieht. Die Mutter, die beim Hubschrauber den Rotor an seiner Welle festhält, heißt nicht umsonst "Jesus nut" - ist die weg, dann hat man keinen Rotor mehr und ein gröberes Problem am Hals.


    Die Suche nach solchen Stellen und das Umschiffen solcher Risiken ist von nicht ganz geringer Bedeutung.

  • Super GAU ist auch nicht tot zu kriegen :D

    Wenn GAU der "Größte Anzunehmende Unfall" ist, was ist dann ein Super Größter Anzunehmender Unfall? :D

    In dieser Hinsicht ist ein Super GAU DER grösste anzunehmendee Unfall, der die Links/Grüne Fraktion Einige zum jubeln und tanzen bringt.

    Die finden die Deindustriealisierung ja auch so SUPER.

    Vorübergehend ... wenigstens ... :-)

    Einmal editiert, zuletzt von Capraio () aus folgendem Grund: Dem Frieden zuliebe belasse ich die lings/rechts Diskussion.

  • Die finden die Deindustriealisierung ja auch so SUPER.

    Nur mal so am Rande. Die "Deindustrialisierung findet" statt, weil uns als rohstoffarmes Land die Importe zu teuer kommen, was den Kostenfaktor Mensch mit einbezieht. (Menschenbild. Rohstoffe werden billig geliefert)


    Das hat mit Grün oder Links nicht zu tun. Und gewisse technologische Entwicklungen wurden eher von jenen ausgebremst, welche das aktuell so lautstark beklagen, dass die Grünen oder Linken das andauernd tun würden.


    Wertegeleitet, was immer das auch sein möge, sind insofern nicht nur die linksgrün Versifften. Da sind noch ganz andere unterwegs.


    Gruß

  • Die Steinzeit ist nicht wegen Mangel an Steinen zuende gegangen, sondern weil einfach bessere Technologien zur Verfügung standen. Die Bronzezeit ebenso, es folgte die Eisenzeit. Und die Stahl- und Kohlekrisen, an die sich manche noch erinnern werden, entstanden auch aus einem Überangebot an Stahl und Kohle, die einfach nicht mehr gebraucht wurden, weil - ihr habt es schon erraten - bessere Technologien sie abgelöst hatten.


    Wenn man auf veralteten Technologien besteht und sie weiter auszuquetschen versucht, wird einem das irgendwann um die Ohren fliegen. Technologieoffenheit heißt nicht das Klammern am Althergebrachten, sondern das Weiterdenken und das Schaffen von neuen Optionen. Und ja, das betrifft die Verbrennungsmotoren bei Kraftfahrzeugen ganz eindeutig. Auch wenn Deutschland bei dieser Technik Weltspitze sein mag, ist sie nicht mehr zeitgemäß. Bei Flugzeugen wird es noch deutlich länger nötig sein, bei Verbrennern zu bleiben (auf Wunsch expandiere ich das gerne), hier wird die Reise eher zu biogenen Treibstoffen als zum Elektroantrieb gehen müssen.


    Und darf ich mich mal aus dem Fenster lehnen? Eine Ölkrise ist auch durchaus im Rahmen des Möglichen. Der Bedarf wird sinken, das Angebot mindestens gleichbleiben. Hier werden nicht die europäischen Staaten die Leidtragenden sein, sondern die momentan ölexportierenden Länder, die bisher mehr oder weniger bequem vom Verkauf ihres Rohstoffes gelebt haben.


    Linksgrün versifft. Was ist denn das?


    Links. Das ist das Achten darauf, daß alle etwas vom Kuchen abkommen. Generell scheint es, als ob Staaten mit niedrigem Gini-Koeffizienten, bei denen also nicht viel Geld in der Hand weniger konzentriert ist, tendenziell unter denjenigen mit der höchsten Zufriedenheit sind. Traditionell sind hier die skandinavischen Staaten und Finnland recht stark aufgestellt, die lange Jahre sozialdemokratisch regiert wurden.


    Grün. Setzt euch mal in den Flieger und besucht andere Länder. Schon innerhalb von zwei Stunden Flugzeit werdet ihr Länder finden, in denen traditionell mit Müll geheizt wird und jeder Atemzug so vitaminreich wie eine Schachtel Marlboro ist, in denen das ganze Jahr die Plastikblumen auf den Feldern prächtig gedeihen, in denen man vor dem Befahren von Tunneln versucht, die Luft so lange wie möglich anzuhalten, in denen man das Trinkwasser lieber nicht trinken sollte, ihr gewinnt einen Eindruck. Und diese Zustände sind auch bei uns nicht lange her. Wollen wir dahin zurück?


    Versifft. Syphilis ist inzwischen, seit Dr. Paul Ehrlichs Salvarsan, behandelbar und kein Todesurteil mehr. Hier ist der Wissenschaft zu danken, die diese und andere Geißeln der Menschheit in den Griff bekommen hat.


    ...in Summe ist "linksgrün versifft" nicht die Beleidigung, für die es manche zu halten scheinen.

  • Die Steinzeit ist nicht wegen Mangel an Steinen zuende gegangen

    Sehr geniale Aussage.

    Die Norweger werden ihr Problem inzwischen behoben haben, aber man kann ja trotzdem hier weiter diskutieren. Da gibts ja noch so ein paar Buzzwords.

    Deindustrialisierung

    Ja klar, es stehen immer weniger rauchende Schlote im Land herum. Wir durchleben gerade einen Strukturwandel. Inzwischen ist es weniger das Problem, dass uns Kohle oder Öl irgendwann ausgehen werden, sondern, dass wir das darin über Jahrmillionen gespeicherte CO2 nicht innerhalb weniger Dekaden freisetzen können, ohne damit das Erdklima durcheinander zu bringen. Der dadurch notwendige Strukturwandel führt dazu, dass alte Industriezweige durch neue ersetzt werden. Aber die überall beschworene Deindustrialisierung sehe ich da nicht. Wenn die deutsche Autoindustrie den Wandel zur E-Mobilität nicht schafft, dann wird sie verschwinden und es werden, auch in Deutschland, neue Firmen auf den Markt kommen. Das alles schreibe ich in einem 23 Jahre alten Diesel-Wohnmobil sitzend, wohl wissend, dass das wahrscheinlich mein letztes Verbrennerauto sein wird.

    Technologieoffenheit

    Denkverbote sind immer schlecht, also sollte alles erforscht werden. Es gibt sicher auch sinnvolle Anwendungen für Wasserstoffantriebe. Aber vor allem wenn wir auf erneuerbare Energie setzen müssen, sollte deren Ausnutzung möglichst effizient sein, also mit einem höchstmöglichen Wirkungsgrad und dabei sollte das Gesamtsystem betrachtet werden. Wenn also erst Wasserstoff per Elektrolyse mit Strom hergestellt werden muss, der muss dann gespeichert werden, um später verbrannt oder in einer Brennstoffzelle wieder in Strom verwandelt zu werden, hat das Gesamtsystem einen deutlich schlechteren Wirkungsgrad, als Sonnen- oder Windstrrom direkt zu nutzen.
    Sicher kann man auch noch am Verbrennungsmotor Innovationen entdecken, die uns helfen können damit Bio-Kraftstoffe effizienter zu nutzen. Will man damit Öl weiter verbrennen, hat das was vom Henschel-Wegmann-Zug, mit dem die deutsche Dampflokindustrie zeigen wollte, dass ihre Technologie noch nicht ganz abgeschlagen ist gegenüber dem Dieseltriebzug. Das Ergebnis ist bekannt, wobei ich mir den Henschel-Wegmann-Zug trotzdem als Mod wünsche.

    Dann gibts da ja noch die

    Dunkelflaute

    In der befinden wir uns gerade. Auf dem Dach meines schon erwähnten Wohnmobils sind 500 Watt Solar installiert. Damit und zwei frei plazierbaren 100 Watt Modulen, die ich zur Sonne ausrichten kann, lässt sich an einem sonnigen Tag zwischen April und Oktober schon mal eine Partie Transportfever rein mit Ökostrom spielen. Von November bis März klappt das eher nicht, obwohl nicht nur ich dann einen höheren Energiebedarf habe. Man sitzt zu Hause rum, die Ölheizung oder neuerdings eine Wärmepumpe läuft, das Licht (meist LEDs) muss länger brennen, Unterhaltungselektronik hält uns bei Laune und so weiter. Im Sommer erzeugen Windparks und Solarfelder oft mehr Strom als aktuell benötigt wird. Das wäre die Zeit, um diesen Strom irgendwie für die Zeit ab November einzulagern. Jetzt könnte man mit diesem Strom künstliche, hochgelegene Seen voll Wasser pumpen, das ab November wieder abgelassen wird und dabei Strom erzeugt. Im kleinen Maßstab gibt es das längst als Pumpspeicherwerke. Im großen Maßstab, also als Stromspeicher für die Zeit von November bis März wird das wohl kaum machbar sein. Ob sich der Strom in großen Haufen von Batterien speichern lässt, weiß ich nicht. In meinem Wohnmobil steckt seit sieben Jahren eine Lithium-Ionen Batterie. Die funktioniert ganz wunderbar. Strom rein, Strom wieder raus, wie Wasser in einen Eimer kommt und man es dort wieder rausschöpfen kann. Aber das Ding war auch ganz schön teuer und hier läuft alles mit 12 Volt, die so direkt ohne Umwandlung aus der Batterie kommen, wobei mein Rechnerlein nur dann zu Höchstleistungen aufläuft, wenn er Strom aus der Steckdose bekommt. Dann muss der Wechselrichter ran, der auch wieder Verluste mit sich bringt. Natürlich will auch das normale Stromnetz nit Wechselstrom versorgt werden, also den in der Batterie gespeicherten Gleichstrom wird man irgendwie wieder zu einer schönen, runden Sinuskurve machen müssen. Hier könnte Wasserstoff ins Spiel kommen. Mit dem überschüssigen Strom Elektrolyse machen und Wasserstoff erzeugen, den speichern und ab November wieder hervorholen für Brennstoffzellen oder zur direkten Verbrennung.

    Also da gibts noch einiges zu entwickeln, schon allein darum sehe ich keine Deindustrialisierung, die so gerne von manchen als Schreckgespenst beschworen wird.

  • Technologieoffenheit heißt nicht das Klammern am Althergebrachten, sondern das Weiterdenken und das Schaffen von neuen Optionen. Und ja, das betrifft die Verbrennungsmotoren bei Kraftfahrzeugen ganz eindeutig. Auch wenn Deutschland bei dieser Technik Weltspitze sein mag, ist sie nicht mehr zeitgemäß. Bei Flugzeugen wird es noch deutlich länger nötig sein, bei Verbrennern zu bleiben (auf Wunsch expandiere ich das gerne), hier wird die Reise eher zu biogenen Treibstoffen als zum Elektroantrieb gehen müssen.

    Naja, eigentlich bräuchte es mit Blick auf andere, allgemeine Umweltprobleme eher weniger Fahrzeuge, als eine gleichbleibe oder steigende Anzahl an Fahrzeugen mit anderer Antriebsart. Nicht alle "Probleme" lassen sich einfach so mit neuen Technologien lösen. Und Brennstoffe aus Pflanzen, also ehrlich, da habe ich arge Probleme mit. Siehe Bodenersosion, drohende oder bereits nahlassende Fruchtbarkeit sowie Abholzung von Wäldern usw. Nicht zwanghaft bei uns, aber anderswo auf der Welt. Sogenannten Externalitäten.


    In einigen Bereichen wirds auch neue Konzepte brauchen. Wird nur nicht gerne gehört.


    Gruß

  • Carbonunit - prinzipiell kann ich mit deinen Gedanken gut mitgehen.


    Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Energieträger und Energiespeicher. Wenn man Kohle aus dem Boden baggert oder nach Erdgas oder Erdöl bohrt, dann hat man Energieträger gewonnen, die Jahrtausende alte Sonnenenergie gespeichert haben und unter Freisetzung von Kohlendioxid, Wasser und anderen Abfallstoffen verbrannt werden können. Wasserstoff ist aber nicht dasselbe. Wenn man nicht den Irrweg begehen will, Methan unter Abscheidung und Freisetzung von Kohlendioxid zu Wasserstoff zu machen, dann ist Wasserstoff in den meisten Fällen nur ein Energiespeicher. Um ihn aus Wasser zu elektrolysieren, muß man Strom investieren, der auch irgendwo herkommen muß. Auch andere Erzeugungsverfahren benötigen von außen zugeführte Energie. Wind- oder Solarstrom kann man so sicherlich speichern, nur hat Wasserstoff darüberhinaus die Eigenart, aus sehr kleinen Molekülen zu bestehen und deswegen leicht durch seine Behälterwände zu diffundieren. Wenn man ihn nicht sehr gut einpackt und kühlt, bleibt der nicht einfach so im Tank, wie es Erdöl oder Kohle machen würden.


    Energiespeicherung hat notwendigerwese immer Verluste. Bei Pumpspeicherwerken sind es mechanische Verluste in Pumpen und Turbinen, Reibung an den Rohrwänden, auch Verdunstungsverluste beim großen, offenen oberen See. Batterien haben chemische Verluste, auch hier wird man nicht 100% des Ladestroms wieder rausbekommen. Bei anderen Verfahren sind es andere Probleme. Nötig ist sie trotzdem, denn die Dunkelflaute muß überbrückt werden. Welches Verfahren man wählen wird, muß vom genauen Einsatzbereich abhängen: bei Autos wird ein integriertes Pumpspeicherwerk eher weniger sinnvoll, eine Oberleitung kritisch und eine Batterie vielleicht das Mittel der Wahl sein. Bei Zügen sieht es anders aus, und bei Schiffen mag man vielleicht sogar einmal über Segel zur Unterstützung nachdenken wollen.


    Und deswegen - wer sich hier gute Gedanken macht und ein serientaugliches System erfindet, der hat nicht nur eine gute Einnahmequelle für sich, sondern auch die Deindustrialisierung bekämpft. Wer sich aber an Dogmen, Dampfmaschinen und Dieselmotoren festklammert, der wird von anderen abgehängt.


    qwert - auch das läßt sich nicht von der Hand weisen. Die Anzahl der nötigen Fahrzeuge halte ich für eher abhängig von politischen Weichenstellungen wie Städteplanung, Verkehrs- und Infrastruktur, aber auch auch anderen Dingen wie dem allseits berühmten Teams. Biogene Treibstoffe haben in der Tat auch globale politische, soziale, ökologische und andere Aspekte - wenn ich auf etwas wetten müßte, würde ich annehmen, daß sie daher eher als Nischenprodukte in den Bereichen enden werden, in denen Elektrifizierung keine Option ist und daß in 20 Jahren nicht im großen Stil Biodiesel oder -wasserstoff aus den Zapfsäulen für Autos strömen wird.


    Wenn ich einmal auf die Weltkarte schaue - in der Sahara wäre zum Beispiel viel Platz für Solarzellen, und ein Kabel von Tunis über Sizilien nach Messina oder eines über die Straße von Gibraltar wäre bestimmt auch machbar.

  • Brennstoffe aus Pflanzen

    Ja sicher, da gibts das Problem, das wir in unseren Biogasanlagen das verheizen, was andere gerne essen würden. Aber warum nicht folgendes ausprobieren:
    Den Maiskolben auf den Teller, Stengel und Blätter in die Biogasanlage? Gerne auch statt Mais andere Feldfrüchte mit verdaulichen und unverdaulichen Bestandteilen nehmen. Sofern mit Technologieoffenheit gemeint ist, sich und anderen diese Überlegungen nicht zu verbieten, bin ich genau dafür.

    Abholzung der Wälder ließe sich grundsätzlich kontrollieren. Bodenerosion und Versteppung sollte indirekt durch das Klima beeinflussbar sein. Wie wir auf erneuerbare Energien setzen müssen, so werden dazu auch nachwachsende Rohstoffe gehören.
    Biogasanlagen sollten sowieso deutlich erweitert werden. Vieles von dem, was da täglich durch die Kanalisation abfließt könnte darin sicher auch noch zu irgendwas verheiz- oder verstrombaren vergären.

  • Noch etwas. Der GAU, der größte anzunehmende Unfall, ist der Auslegungsstörfall, den ein System beherrschen können muß. Wenn ein GAU eintritt, dann muß die Sicherung des Systems in der Lage sein, ihn aufzufangen. Im Fall von Reaktoren gibt es dafür zusätzliche Kühlsysteme, Neutronengift, das in den Kühlkreislauf gegeben wird, Steuerstäbe und so weiter, jedenfalls muß die Kettenreaktion verläßlich unterbrochen und die restliche Zerfallswärme abgeführt werden, ohne daß radioaktives Zeug im den Normalbetrieb übersteigenden Maß freigesetzt oder gar die Struktur zerstört wird.


    Der Super-GAU ist jenseits dessen, das ist ein Unfall, der die Grenzen des Systems überschreitet. Die Dampfexplosion in Tschernobyl war so einer, weil danach der Reaktor und damit auch seine Kühlsysteme zerstört waren, was dazu führte, daß der radioaktive Inhalt freigesetzt wurde (und wenn man sich damit mal näher beschäftigt: es ist beeindruckend, was das Reaktorpersonal alles anstellen mußte, um den Reaktor zu zerlegen). Auch in Fukushima war es ein Super-GAU, weil bei dem die Kühlpumpen vom Tsunami abgeräumt worden waren.


    Einen Super-GAU kann man also durchaus als Ergebnis einer mangelhaften Risikoanalyse sehen: wenn das Geschehen vorhergesehen worden wäre, wäre er nur der GAU und damit beherrschbar gewesen, weil dagegen Vorkehrungen getroffen worden wären.

  • Es gab schon einen Grund, warum das damals so genannt wurde. Als Kind habe ich auch mal kurz eine Phase gehabt, innerhalb der ich den Begriff "Super-GAU" als komisch oder Doppelmops empfand. Die Erklärung der Definition von DH-106 ist es , die das "komische" aus dem Begriff herausnimmt und die "Tragweite der Tragik" hervorhebt.

  • Ja sicher, da gibts das Problem, das wir in unseren Biogasanlagen das verheizen, was andere gerne essen würden. Aber warum nicht folgendes ausprobieren:
    Den Maiskolben auf den Teller, Stengel und Blätter in die Biogasanlage? Gerne auch statt Mais andere Feldfrüchte mit verdaulichen und unverdaulichen Bestandteilen nehmen. Sofern mit Technologieoffenheit gemeint ist, sich und anderen diese Überlegungen nicht zu verbieten, bin ich genau dafür.

    Abholzung der Wälder ließe sich grundsätzlich kontrollieren. Bodenerosion und Versteppung sollte indirekt durch das Klima beeinflussbar sein. Wie wir auf erneuerbare Energien setzen müssen, so werden dazu auch nachwachsende Rohstoffe gehören.
    Biogasanlagen sollten sowieso deutlich erweitert werden. Vieles von dem, was da täglich durch die Kanalisation abfließt könnte darin sicher auch noch zu irgendwas verheiz- oder verstrombaren vergären.

    Biogas: So weit mir bekannt, werden doch bereits die Abfälle in den Anlagen vergoren und weniger essbare Lebensmittel. Auch wenn da mal eine braune Banane bei sein kann. Problem ist doch eher, dass der Anteil der Versorgung durch solche Anlagen insgesamt zu gering ist und der Bedarf mit Blick auf so Dinge wie Digitalisierung eher steigen als gleichbleiend ist oder sogar sinken wird. Nennt man dann wohl im Status Nischenprodukt.


    Mich "stört" im Zusammenhang der Technologieoffenheit nur der Umstand, dass damit bisher notwendige Klima oder Umweltmaßnahmen ausgebremst werden. Magisches Denken. Vorherrschende Konzepte aber weniger hinterfragt werden. (Arbeitsplätze, natürlich. Ein Problem.) Grob: Man glaubt an eine Technologie, die im Zweifel noch gar nicht erfunden (marktreif, Fusion z.B.) ist, aber in der Lage wäre, aktuelle Probleme zu lösen. Natürlich immer im Kontext, dass mit der noch zu erfindenden Technologie, sonst nichts weiter geändert werden muss. Oder man diese dann praktisch zum Nulltarif bekommt. (Also diese keine Rohstoffe benötigen. Fusionsreaktoren brauchen halt keine Rohstoffe bzw. werden diese billig geliefert und produzieren Wasser oder machen welches warm. Lesch.) Grob.


    Wald, Boden, Luft: Hat im Grunde nicht viel mit dem öffentlichen Tema Klima zu tun. Wir stoßen aber gerade bei solchen Ressourcen wirklich an Grenzen. Der Artenschwund ist voll im Gange. Wir holzen die Regenwälder für Tierfutterpflanzen in Europa ab. Die Fruchtbarkeit wird nahezu nur per Kunstdünger bzw. Schädlingsgifte aufrechterhalten. Bekannt seit Jahren! (Land Graping (?) usw. im politischen Sinne Ukraine. Warum wohl (auch!) ?) Ich kann morgen in der örtlichen Tierhandlung oder im nahegelegenen Supermarkt Katzenfutter mit Thunfisch kaufen. Einfach so. Und ein Regenwald oder Wald allg. wächst nicht so einfach nach. Getreu dem Motto: Gestern erst gepflanzt, heute schon Möbelstück und per Amazon geliefert. Das sind dann im besten Falle Nutzwälder. Damit machen wir hier ja aktuell super Erfahrungen. Trockenstress bzw. Schäden, Schädlingsbefall und Sturmschäden aller Orten. Da ist man noch nicht mal beim Ökosystem Wald. In etwa 90% der Gewässer hier werden multiresistente Keine gefunden. Neben zu hohen Nitratwerten. EU Klage oder Strafen. (Düngung, nee)


    Kontrollieren, ja. Natürlich. Wollen wir auf das Tierfutter aus Übersee wirklich verzichten? Ist dann ähnlich wie mit dem Glyphosat. In der EU wird etwas eingeschränkt, um es weiterhin nach Übersee zu exportieren.


    Zu negativ? Natürlich. Wissen wir auch schon seit Jahrzehnten. Was ist passiert? Intensivierung! Nahezu kein verarbeitetes Lebensmittel ohne billiges Pflanzenfett aus Übersee. Man darfs mit der Kritik auch nicht übertreiben, weil man selbst auch davon profitiert. Auf vielen Ebenen. Aber in einer ruhigen Minute .... Und nahezu nichts davon ist irgendwie Wahlkampfthema. Als wirklich offenes Thema. Da geht es dann im besten Falle um die zitierte Technologieoffenheit, die Innovationen (Andere Konzepte sind davon aber ausgenommen, etwas neu denken), um Wachstum und Sondervermögen für den Ausbau sowie Erhalt neuer Infrastruktur. Wenn es nur keine Windräder gibt, welche den Blick in die Landschaft verschandeln. (Merz)


    Lasst uns lieber auf einen "erträglichen" CO² einigen. Das kann man auf der Börse handeln und ist damit gut für die kapitalgedeckte Altersvorsorge. Altersvorsorge durch Extraktion. Im Kontext grob übersetzt.


    Wie gesagt, in einer ruhigen Minute. Und Entschuldigung für den missbräuchlichen Gebrauch des Threads hier. Ging ja ursprünglich um ein anderes Thema hier.


    Gruß

    4 Mal editiert, zuletzt von qwert ()

  • In einem Artikel habe ich mal gelesen, dass selbst wenn in Deutschland alle tot umfallen würden und alles, was Energie verbraucht und CO₂ ausstößt abgeschaltet würde, soviel CO₂-Ausstoß vermieden wird, wie es alle 6 Monate MEHR an CO₂-Ausstoß in China gibt - seit Jahren.

    Penuts, was unsere Politik da veranstaltet, aber mit ideologischem Riesengetöse.

  • Wenn ich in einer Kneipe bin und sich eine wilde Schlägerei anbahnt, dann habe ich genau drei Möglichkeiten: Ich ziehe mein Hemd aus, spanne meine austrainierte Muskulatur an und mach ein auf King Kong, bleibe ruhig sitzen und vertausche die Skatkarten zu meinen Gunsten oder verlasse vorsorglich das Lokal bzw. bringe mich in Sicherheit. Letzteres gepaart mit guter Sicht auf das zu erwartende Geschehen - der Videoaufnahme mit dem Smartphone wegen. Sofern die Rechnung schon bezahlt ist, kann man die Kneipe auch verlassen.


    Ich denke da eigentlich weniger darüber nach, was ein Chinese in gleicher Situation tun würde. Vielleicht trink ein Chinese am Morgen auch lieber Tee oder Zitronensaft als Kaffee. Ich gehe z.B. auch mal bei Rot über die Ampel, wenn es sich anbietet. Obwohl ich weiß, dass das ein Chinese definitiv nicht macht bzw. wegen all der Kameras und Bewertungen nicht machen kann. Und es ändert allg. auch wenig am Befund.


    Hin und wieder sogar an wissenschaftlichen Befunden. ;)


    Gruß

  • Den Artikel würde ich gerne mal sehen, er scheint nicht ganz zu stimmen. Deutschland hat 2023 676 MT Treibhausgase ausgestoßen, in China ist der Ausstoß zwischen 2022 und 2023 um 550MT gestiegen.


    Und: was soll uns der Vergleich sagen? Daß China dringend was machen muß? Stimmt, und das machen sie auch. Sie planen, 2030 die Spitze zu erreichen und danach ihren Ausstoß drastisch zu senken. Oder soll es sagen, daß Deutschland nichts zu machen braucht? Dann kommen wir schnell wieder bei der oben zitierten Deindustrialisierung durch Nichtstun an. Mit dem Finger auf andere zeigen ist kein Lösungsansatz, hier sind wir uns sicher einig.


    Ein jeder kehre vor seiner Tür und so weiter.


    Das, was qwert weiter oben so schön skizziert hat, ist zusammengefaßt der Erdüberlastungstag - der Tag im Jahr, an dem die Menschheit das, was jährlich nachwächst, verbraucht hat. Nach dem Tag ist der Garten geplündert und es geht an die Reserven in der Speisekammer. Die ist aber nicht unendlich voll, irgendwann ist die leer. Wohl dem, der sich rechtzeitig was überlegt hat und nicht kurzsichtig immer weitergemacht hat.


    Bedenkenswert, nicht aber verwunderlich ist übrigens, wer immer wieder dahinter steckt, diesen Fortschritt zu hintertreiben - erstaunlich oft findet man dahinter die Ölindustrie, die ihre Felle schwimmen gehen sieht.

    Einmal editiert, zuletzt von DH-106 ()

  • Mit einem breiten Grinsen stelle ich fest, dass ein Super-GAU doch so einiges auslöst. Z.B. diese spannende Diskussion die hier stattfindet.


    Wünsche Euch allen alles Gute im nächsten Jahr und freue mich wieder von Euch zu lesen.


    Vielen Dank an Alle.


    Gruss Adrian

  • Klimawandel. Hmm.


    Ich vergaß, die Sonne zu erwähnen. Oder die Positionierung unseres Sonnensystems auf der galaktischen Scheibe während des Umlaufs hoch- und runter mäandernd.


    Was maßt der Mensch sich eigentlich an?

    Dass er in seiner neurotischen Weisheit meint, ein Datum wie z.B. den 01.04.1995 oder so was in der Art auswählen zu dürfen und zu manifestieren in seinem Hirne:

    "Das Klima soll von uns zurückgeändert werden zu dem von diesem Stichtag".


    Derweil sagen das Universum, die Sonne und die Physik zum Metamenschen:

    "Du hast einen an der Klatsche, das Klima wandelt sich in Wellen, Zyklen und Phasen auf- und ab. Meine Fresse, wenn ich eine hätte! Der Mensch maßt sich an, sowohl im Guten wie im Schlechten das Maß aller Dinge zu sein. Das Ei des Kolumbus. Der Weisheit letzter Schluss. Dabei ist die Menschheit als Ganzes gerade mal in der Pubertät angekommen. Pappnasen."