Rost, Russ (vor allem während der Blütezeit der Dampflok) und Schmutz gab es schon immer. Das gehört zum Flair der Eisenbahn dazu. Aber Graffitis sind eine Erfindung der Neuzeit - das kam erst nach dem Ende der Dampflok so richtig auf.
Früher gab es auch noch eine richtige Bahnpolizei, das Bahnpersonal hatte wohl auch besser aufgepasst, dass sich keine Unbefugten im Bahngelände aufhalten und die modernen Sprühfarben gab es wohl auch noch nicht zu kaufen (allenfalls gab es erste Ansätze Hauswände mit Schulkreide zu bemalen).
Verrusste Wagendächer (und auch Verruste Bahnhofshallendächer), Bremsstaub auf den Drehgestellen, ja sogar ausgebleichte und ausgebesserte Farben, gehören zur Eisenbahnatmosphäre -
Grafittis nicht! Insbesondere die Fahrzeuge werden dadurch massiv verunstaltet - und wenn auch noch die Fenster verschmiert sind, kann man noch nicht mal mehr richtig rausgucken. Mir tut es weh, wenn historische Bahn Anlagen oder gar Fahrzeuge durch Graffitis verunstaltet sind - zumal das für deren Zeitepoche alles andere als typisch war. Betriebsbedingte Verschmutzung gehört dazu, Gafffities sind aber keine betriebsbedingte Verschutzung sondern das Ergebnis von Vandalismus.
Mag sein, dass es die heutige Jugend nicht mehr anders kennt - und meint Lärmschutzwände und Graffitis gehören dazu, um eine Eisenbahn realistisch darzustellen - für mich sind das Fremdkörper - Verunstaltungen die den Genuss des Eisenbahnerlebnisses massiv stören.
Gemoddete Sperrmüllhaufen, rostige Kräne, Immobilien mit abblätterndem Putz, Schrottbansen mit Schrott, Verruste Tunnelportale und Schuppentore - das sind Dinge, die ich mir aber schon hinstellen würde, wenn es die gäbe. Die haben Flair und vermitteln Eisenbahnatmosphäre (insbesondere während der Blütezeit der Dampflok).
Grafittis und Lärmschutzwände haben das für mich nicht - die sind einfach nur hässlich.
