Gescheitert beim wirtschaftlichen Spiel - die Folgen des Schönbaus

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  • Hallöchen


    nachdem ich ein paar Lets Plays von Steinwallen geguckt habe, kam mir die Lust aufs wirtschaftliche Spielen.

    Also ein freies Spiel starten mit der minimalen Mod-Ausstattung, auch damit ich mal sehe, wie sich das Spiel ohne Mods überhaupt anfühlt.

    Karte Europäisch, mittelgroß und mittelschwierig. Industrien sollten selten geschlossen werden.

    Aber was soll ich sagen, als ich es nach über 100 Jahren Spielzeit endlich geschaffft hatte, die erste Kohle an mein Stahlwerk zu liefern, ist das kurz vorher verschwunden. Dabei hatte ich per Kutsche schon Erz hingeschickt, in der Hoffnung, dass es dann wenigstens stehen bleibt. Ja, ich weiß, ich kann die Industrieschließungen ganz abschalten oder ich muss Mittel und Wege finden, um schneller Geld zu verdienen. Aber wenn ich da eine Reihe von Industrien sehe, die sich perfekt eignen, um eine Produktionskette für Maschinen an einer zweigleisigen Bahnstrecke aufzuziehen, dann reizt mich das viel zu sehr, um noch mehrere Ingame-Jahrzehnte zu warten.

    Wie lässt sich im Kutschenzeitalter möglichst schnell Geld verdienen, damit ich zügig an Kapital komme?

    Ich habe in diesem Spiel Überland-Postkutschen zwischen den verschiedenen Orten eingerichtet. Das waren erstmal nicht viele Investitionen und es hat etwas Geld generiert. Dann kam bald eine Bahnlinie mit drei Stationen dazu. Die hat auch Geld generiert, war aber bald überlastet. Modernisierungen und Linienverstärkungen haben das Geld für neue Investitionen meistens aufgefressen, es hat ewig gedauert, bis ich eine neue Linie in Betrieb nehmen konnte. Als dann mein Stahlwerk weg war, habe ich die Partie abgebrochen. Beim Schönbau habe ich anscheinend verlernt, wie man das richtig spielt...

    Einmal editiert, zuletzt von Carbonunit ()

  • Hi, Carbonunit
    wenn ich mal wirtschaftlich Spiele, dann versuche ich immer erst einmal alle Rohstoffe zu den verarbeitenden Industrien zu liefern
    Rohöl zur Raffenerie,
    Holz zum Sägewerk,
    Stein zur Baumaterialfabrik,
    Getreide zur Lebensmittelfabrik,
    usw.
    wenn solche Linen dann stehen, generiert man Geld für den weiteren Ausbau.
    Danach dann Personen transport von Städen die noch nicht beliefert werden zu Städeten die mit Lebensmittel und Baumaterialien versorgt werden.
    und dann erst die längeren Produktionsketten.


    Vielleicht hilft es dir ja so.

    Alternativ kann ich dir die Logistik Challange Mod (derzeit noch Beta Test) von PMV empfehlen, frag mal bei ihm nach ob du am Test teilnehmen kannst.
    Dies ist eine wirkliche Herausforderung gegenüber dem "normalen" wirtschaftlichem Spiel.

  • Wer schon Vanilla scheitert, ist die Mod jetzt nicht unbedingt zu empfehlen. Die setzt ja noch mal einiges drauf und setzt insbesondere voraus, das man das Grundprinzip von TPF2 verstanden hat.


    Ich guck auch Steinwallens LP und hab ihm auch ein paar Details über TPF2 erklärt. Die aktuelle Staffel hab ich noch nicht geschaut, aber von ihm kannst sicher auch nun lernen. Er wird ja auch mit der Zeit das Spiel immer besser verstehen und das dann im LP allen erklären.

    Wenn du aber tatsächlich nicht selbst das alles lernen willst, wie man Geld verdient ist schnell erklärt

    Such dir Routen die in beide Richtungen was zum transportieren bieten.

    Zum Beispiel lässt sich Rohöl, Öl und Treibstoff mit dem gleichen Zug transportieren.


    Wenns auf leichterem Niveau bleiben willst:

    Such dir irgend eine Rohstoff aus, das du zur Weiterverarbeitung transportierst. Und sorge dafür, das deine Linie genau so viel Transportkapazität hat, wie von dem Rohstoffproduzenten verschickt wird. Am besten auch etwas weiter weg. Und verbinde diese mit dem Zug. Wenn darum geht schnell an Geld zu kommen, lässt mal LKWs erst mal weg. Die sind dann erst interessant, wenns darum geht an eine Stadt die Fertigwaren zu liefern. Läuft die erste Linie und wird alles an Rohstoffe abtransportiert, machst du dann einfach noch mal woanders das gleiche.

    Beispiel: Getreide. Da kannst die gesamten 200 Getreide direkt zur Lebensmittefabrik transportieren. In der Linienübersicht wird dir die ne Spalte "Rate" angezeigt. Die hat Steinwallen auch von uns aus den Kommentaren gesagt gekriegt und da hast du hoffentlich gut aufgepasst. Diese Rate muss auf 200 oder etwas darüber kommen. Und fertig.

    Oder wie wärs mit Eisen und Kohle zur Stahlfabrik. Da kannst sogar direkt 400 Einheiten transportieren, jeweils.


    Wichtig ist, das die Rate deiner Transportlinie nicht zu hoch wird, weil dann hast höhere Kosten als nötig. Das heißt nicht zu viele LKW und nicht zu lange Züge. Das kostet sonst.


    Das Industrien dynamisch öffnen und schließen find ich auch nen schönes Spielelement. Damit Industrien nicht verschwinden, brauchts auch nicht viel. Die müssen lediglich 1 Einheit versenden, dann sind sie sicher. Retten kann man Industrien also ohne viel Aufwand. Das Transportmittel sollte nur schnell genug sein, wenn die Zeit knapp ist und es sich um verarbeitende Industrien handelt. In deinem Fall hätte es dann evt. auch gereicht, alle nötigen Linien schon mal vorab zu erstellen und auf alle Linien eine Pferdekutsche zu setzen. Vorausgesetzt du hast sofort reagiert als die Meldung kam und es ging nicht über die halbe Karte.


    Das mal als kleiner Crashkurs. :S

    Viel Spaß bei deinem nächsten Versuch.


    MFG PMV

  • Carbonunit: So wie guapo298 würde ich es nicht machen. Warum?

    1. nehmen die Industrien nicht viel ab, wenn ihre Produkte nicht abgenommen werden, und

    2. fahren die Fahrzeuge die halbe Strecke leer, kosten aber genau so viel (wie PMV schon geschrieben hat).


    Meiner Erfahrung nach wirft anfangs der Personentransport kaum Gewinne ab (ich habe aber von jemandem gehört, der mit einem sehr dichten Haltestellennetz doch einiges an Gewinn gemacht hat - im Gegentum zu dem, was sonst so kolportiert wird. Das muß ich aber noch ausprobieren. Oder Du, wenn's Dir Spaß macht.) Also geht's mit Gütern los.


    Wichtig ist, daß Du für jedes Stück Fracht, das Du transportierst, proportional zur Luftlinie (und zum "Luxus" des Fahrzeugs, ist aber uninteressant, wenn Du praktisch nur Kutschen hast) bezahlt wirst. Das Spiel gibt Dir für eine Fahrt voll hin - leer zurück nur einen sehr schmalen Gewinn. Wenn Du aber etwas zurückzutransportieren hast, kostet das Dich nicht mehr, Du kassierst aber. Das ist der zentrale Punkt.


    Ich plane immer eine Güterkette für die ganze Karte durch, auch wenn ich nicht alles sofort bauen kann. Ich nehme als einfaches Beispiel Nahrung, weil ich meistens damit anfange (Baumaterialien sind genau so einfach, beim Rest gibt es mehr zu überlegen, aber das Prinzip bleibt). Mein Ziel ist, möglichst wenig leer zu fahren. Im Hinterkopf ist auch zu behalten, daß die Lebensmittelfabriken aus zwei Ladungen Getreide eine Ladung Lebensmittel machen.

    Dazu schaue ich mir an, welche Städte nach Lebensmitteln verlangen, wo die Fabriken sind, und wo die Farmen sind. Oft sogar mit einer Skizze auf Papier. TpF2 kommt mit komplexen Verbindungen ziemlich schlecht zurecht, deshalb versuche ich erst einmal, jede Stadt nur aus einer Lebensmittelfabrik zu versorgen (oder umgekehrt, aber meistens gibt's mehr Städte, die Lebensmittel haben wollen als Lebensmittelfabriken). Eventuell hängen auch mehrere kleinere Städte an einer Lebensmittelfabrik. Es muß nicht die jeweils nächste Fabrik sein - etwas Strecke erhöht den Profit (nicht so sehr pro Kutsche, aber Du kannst mehr Kutschen profitabel betreiben ...). Dann versuche ich die Farmen (von denen es idealerweise doppelt so viele wie Fabriken gibt) so aufzuteilen, daß die eine Hälfte möglichst nahe zu jeweils einer der zu versorgenden Städte (Typ A), die andere nahe an einer Fabrik (Typ B) liegt - Hinterkopf aktivieren. Dann richte ich die Infrastruktur und die Linien ein; letzere gehen einmal von Farm Typ A zur Fabrik und dann zur Stadt, die nahe an der Farm liegt. So hast Du nur eine sehr kurze Leerfahrt von der Stadt zur Farm.

    Wenn Du nichts weiter unternimmst, ist die Tour zur Stadt aber nur halb beladen. Hier kommen die Farmen Typ B ins Spiel. Sie bringen noch einmal die gleiche Menge Getreide zur Fabrik, so daß die ersteren Kurse auch den Rückweg voll beladen antreten können. Da die zweiten Touren aber nur wenig Gewinn einfahren, ist es besser, wenn sie kurz sind.


    TpF2 ist nachfragegetrieben. Daher mußt Du immer ein Auge auf den Verbrauch der Stadt haben. Es hat keinen Sinn, die Rate der Tour über den Verbrauch hinaus anzuheben, das sorgt nur für Leertouren.


    Gibt's noch was zu tun? Ja.

    Da Du nur für die Luftlinie bezahlt wirst und das ursprüngliche Wegenetz ziemlich mies ist, solltest Du mit dem ersten freien Geld die Wegführung optimieren: Möglichst kurze Wege, keine großen Steigungen, keine engen Kurven, so gut es das Gelände zuläßt. Belebte Kreuzungen entschärfst Du möglichst bald mit Brücken. Der Gewinn pro Transport bleibt gleich, aber Du brauchst weniger Fahrzeuge für die gleiche Transportleistung, und der Unterhalt von Straßen wird von der Staatskasse bezahlt, wenn Du sie nicht zu Privatstraßen machst.


    Wenn Du genug Geld verdienst, kannst Du Dir auch in den Städten, die aufgrund der Versorgung wachsen, auch schon den Platz für die ersten Bahnhöfe reservieren. Das kostet laufenden Unterhalt, und im Vergleich zu ein paar Kutschen nicht wenig, aber bei ein paar hundert Kutschen kann man sich das leisten. Und es kostet weniger Nerven, wenn einem die wachsende Stadt nicht den schönsten Platz wegnimmt.

    Ernsthaft fange ich aber erst an, mich um Personentransport zu kümmern, wenn alle Nahrungsmittel und möglichst auch alle Baumaterialien angeschlossen sind. Wenn Du das obige gut gemacht hast, ist genug Geld da.


    Noch zur Modernisierung von Fahrzeugen: Im Gegensatz zu TpF ist das in TpF2 nicht so wichtig. Der einzige Effekt ist, daß ungewartet Fahrzeuge in TpF2 mehr Lärm machen. Das mögen die Einwohner nicht und Du bekommst Minusprozente bei der Stadtgröße. Die Unterhaltskosten bleiben in der Zeit gleich und hängen nur von Deinen Einstellungen ab. Du kannst Deine Kutschen von 1850 bis 2000 auf dem niedrigsten Wartungslevel betreiben - sie machen Krach aber fahren keine Verluste ein. Ersetzen mußt Du sie nur, wenn Du wirklich einen anderen Fahrzeugtyp auf der Strecke haben möchtest.

    Wenn Du die Fahrzeuge nicht dauernd im höchsten Wartungslevel (den ich prohibitiv teuer finde) betreiben möchtest, gibt es eine Methode, die bei einigen vielleicht Naserümpfen hervorruft: Du kannst die Wartungskosten nur für für wenige Monate erhöhen, bis das Fahrzeug wieder in gutem Zustand ist. Dann kannst Du den Unterhalt wieder reduzieren, und es dauert ein paar Jahre, bis das Fahrzeug verschleißt.


    Den Aufstand einer guten Wartung mache ich eigentlich nur beim städtischen ÖPNV, weil Immissionen nur Wohngebieten negative Auswirkungen haben. Bahnhöfe setze ich gerne auf die andere Seite der Stadt ins Industriegebiet (hat auch den Vorteil, daß die Sims Deine Busse und Straßenbahnen benutzen müssen). Und bei fortgeschrittenem Spiel hat bei mir jede Stadt ein ausgedehntes Straßentunnelsystem, dessen Eingänge in unmittelbarer Nähe der kleinen Güterhaltestellen sind, von denen aus Geschäfts- und Industriegebiete versorgt werden. Du kannst sogar die Eisenbahnlinien in der Nähe der Städte im Tunnel durch selbst aufgeschüttete Berge führen, oder die Bahnhöfe in Troglage setzen - das mache ich irgendwie sehr gerne in der Rumänien-Karte aus der Kampagne, weil sich die Topographie von Bukarest dafür anbietet und man eh mit viel zu viel Geld startet. Auch das kann man als gamey ansehen, aber solange Du nur für Dich spielst, gibt es nur eine Person, die das stören darf.

    Ablativus mors de genitivo

  • Danke an alle für Eure Tipps.


    Die Meldungen zu Industrieschließung oder -gründung hatte ich abgeschaltet. Das muss ich noch ändern und darum war ich auch sehr überrascht, als da auf einmal kein Stahlwerk mehr war. Bisher habe ich den Keine-Kosten Mod benutzt und dann kann man bauen wie man will. Das wollte ich schließlich vorrangig tun.

    Die Industrien beliefern, auch wenn deren Produkte noch gar nicht abgeholt werden habe ich gemacht, nur haben die Einnahmen nie gereicht und das Geld wurde trotzdem immer weniger. Leuchtet natürlich ein, dass Leerfahrten teuer sind. Aber wie vermeidet man die? Beispiel ein Holzfällerlager und ein Sägewerk. Was kann sinnvollerweise zum Holzfällerlager transportiert werden? Später bei Zügen kommt noch dazu, dass man nicht alle Waren auf alle Waggons laden kann und wenn der Zug aus Rungenwagen für den Holztransport besteht, dann kann der eben nicht alles transportieren.

    Ich hatte gehofft im Kutschenzeitalter genug Geld anzusparen, um später gleich mit etwas schnelleren Loks und Waggons in die Eisenbahn einzusteigen. Außerdem ist Bahnbau ein teurer Spaß. Weil das Geld immer nur langsam reingekommen ist, standen die fertigen Bahnhöfe dann noch eine Weile unbenutzt rum, weil kein Geld da war, um Züge zu kaufen.

    Also sollte ich gleich zu Anfang das Geld in eine Bahnlinie zwischen zwei Städten investieren und in den Städten die Sims mit Kutschen zum Bahnhof schaffen. Passagierzüge haben den Vorteil, dass die selten leer unterwegs sind.

    Auf die Raten der Linien habe ich schon geachtet, so dass die zumindest zusammen passen, also Rate des Holztransports zum Sägewerk doppellt so hoch wie die Rate der abtransportierten Bretter zum Beispiel.

    Aber wie ist das bei Passagieren? Im Städtefenster kann man ja unter "Ziele" sehen, wo die aus Ort A so hin wollen. Nehmen wir mal an, da wollen 60 zur Arbeit nach B und 40 zum Einkaufen, also insgesamt 100. Auf welchen Zeitraum bezieht sich das? Welche Rate sollte meine Bahnlinie dann haben?

    Den Zustand der Fahrzeuge werde ich also erstmal ignorieren, höchstens bei Bussen/Kutschen in der Stadt aufpassen, dass die nicht rumpeln und klappern, wenn sie älter werden.


    UPDATE: Der keine-Kosten-Mod verdirbt eindeutig den Charakter, aber mit dem macht es einfach mehr Spaß. Danke euch für die Hilfe. Ich kann nicht ohne Keine-Kosten Mod spielen, das ist hiermit amtlich festgestellt. Sonst sitze ich rum, warte auf spärlich hereintröpfelndes Geld und sehe, was ich alles bauen könnte,wenn ich Geld hätte.

  • standen die fertigen Bahnhöfe dann noch eine Weile unbenutzt rum

    Die kosten auch Geld, Betriebskosten.

    Ich kann nicht ohne Keine-Kosten Mod spielen, das ist hiermit amtlich festgestellt. Sonst sitze ich rum, warte auf spärlich hereintröpfelndes Geld und sehe, was ich alles bauen könnte,wenn ich Geld hätte.

    Mittlerweile bin ich soweit, dass ich "sehr schwer" spiele und mit der Rail & Track Industry - Mod erstmal Stahl, Schienen, Bretter und dann Gleise produzieren muss, damit ich überhaupt Gleise bauen kann.

    Später kommt dann noch Beton dazu, damit ich Hochgeschwindigkeitsgleise bauen kann.

  • Carbonunit: Zugegeben, mein Beitrag ist lang. Aber nimm Dir 'ne Tasse Tee und lies ihn in Ruhe durch bevor Du Dich aufgibst; das beantwortet einige Deiner Fragen aus dem zweiten Post.


    Mein Linienkonzept mit Bild (ganz rausgezoomt):


    Die orange Linie ist die für Getreide und Lebensmittel, die richtig Geld bringen soll. Die geht mit Kutschen (siehe Datum) von Achim Nord mit der Farm (Typ A aus dem obigen Beitrag) nach Konau Zentrum rechts unten im Bild. Voller Getreide. Dann geht die gleiche Linie in die Danziger Straße nach Achim und transportiert Lebensmittel. Anschließend gibt es eine kurze (!) Leerfahrt nach Achim Nord zurück. Du mußt nichts genau zum Ausgangspunkt bringen, sondern nur in die Nähe - im Vergleich zur Gesamtstrecke.

    Die gelbe Linie beliefert die Lebensmittelfabrik mit zusätzlichem Getreide und fährt leer zurück. Das macht hier sogar ein bißchen Gewinn, aber der wichtige Punkt ist, daß die orange Linie den Rückweg nicht halb, sondern voll beladen antritt.


    Ich setze 100 Vierer-Kutschen auf sechs Linien ein, die ich bis Mai 1854 eingerichtet habe. Das reicht noch nicht, um die drei belieferten Städte voll zu versorgen. Mit diesem noch völlig unoptimierten System gibt's nach ein paar Jahren Laufzeit etwa 200 k€ pro Jahr (eigentlich 250, weil ich noch keine Kredite abbezahlt habe).


    Und was ich noch vergessen hatte: Benutze das selektive Ein- und Ausladen von spezifischen Gütern. Sonst schaffst Du irgendwann versehentlich eine Verbindung, die auch Waren transportieren kann, aber so ineffektiv ist, daß sich da nur gelegentlich mal eine Einheit im Wagen befindet und blockiert, daß Du vier, fünf oder zwanzig Einheiten der eigentlichen Waren transportieren könntest.


    Da Eisenbahnlinien teuer und für Gütertransport unflexibel sind, habe ich meistens kaum Güterzuglinien (öfters Holz hin, Bretter zurück) und denke über Personentransport auch erst nach, wenn ich eher so 1000 Güterkutschen unterwegs habe.

    Ablativus mors de genitivo

  • Personentransport scheint bei vielen keinen hohen Stellenwert zu haben. Aber der bringt auch ordentlich Geld ein, und vor allem verhindert ein guter Personenverkehr größere Staus im Individualzeitzalter. Ich baue beispielsweise vor allem in den Städten keine Straßen aus. Mehrspurige schnelle Straßen sind attraktiv für Individualverkehr, sind aber bei gutem ÖPNV nicht notwendig, nehmen nur Platz weg.


    Haltestellen und Bahnhöfe haben einen sehr hohen Einzugsbereich. Aber den sollte man nicht ausnutzen, vor allem nicht in den Innenstädten. Damit haben die Einwohner nur zu lange Laufwege, was den ÖPNV weniger attraktiv macht. Die Qualität des Stadtverkehrs siehst du bei Ziele an der Prozentzahl für die eigene Stadt. Die KI baut auf flachem Land die Sädte in einem 90m-Raster. Die meisten Blöcke sind im Format 90x180m. In der Innenstadt baue ich Haltestellen ca. alle 180m. Meist gibt es ein oder zwei gerade Straßen durch die Mitte der Stadt, die Magistralen. An deren Ende gegenüber dem Wohngebiet baue ich mit etwas Abstand für Wachstum den Bahnhof. Die Linien auf den Magistralen zum Bahnhof transportieren die größte Menge an Passagieren, Andere Linien arbeiten als Zulieferer. Möglichst wenig Abbiegungen in die (Haupt-)Linien einfügen, die kosten Brems- und Anfahrzeit. Die Magistralenlinien brigen in der Regel guten Gewinn, die Zulieferer nicht unbedingt, sind aber notwendig für die Abdeckung des Stadtgebiets.


    Bahnhöfe kommen bei mir deshalb nicht in die Innenstadt, weil der Platzbedarf für sie und ihre Gleise der Stadtentwicklung fehlen. Man kennt das Prinzip zwar aus der echten Welt, aber auch hier sorgen die Bahnanlagen für eine Zerteilung der Städte. Man braucht Tunnel oder Brücken oder Überwege um auf die andere Seite zu kommen. Die kann man aber nicht überall bauen und hat deshalb längere Wege auf die andere Seite.


    Transportkapazität im Personenverkehr lässt sich leider nicht so gut planen wie bei den Gütern. Ich reguliere die Kapazität nach Gefühl und Beobachtung. Haltestellen sollten nicht dauerhaft überfüllt sein. Die Linie von und zum Banhof muss die Fahrgäste ab- und hintransportiert bekommen, bevor der nächste Zug kommt.

  • Rutel und Alle:
    Es wurmt mich ja auch, dass ich das nicht hinkriege.

    Leerfahrtem zu vermeiden ist schon mal ein guter Tipp. Wird mit der Bahn etwas schwieriger, wenn es ein Ganzzug mit speziellen Waggons ist. Aber es muss ja kein Ganzzug sein.

    Ich habe nochmal angefangen. Diesmal gibt es schon mal zweieinhalb Sweetspots.

    Einmal hier bei Emsdetten:

    Da gibt es nicht weit weg eine Lebensmittelfabrik (abgekürzt LMF) und einige Farmen. Eine Farm sogar nah bei der Stadt. Also habe ich eine Linie eingerichtet zu Farm1 (weiter weg von der Stadt), dann zur Lebensmittelfabrik, dann in die Stadt zum Abladen und dann raus aus der Stadt zu Farm2 und wieder zur Lebensmittelfabrik und zu Farm 1. Leerfahrten gibt es nur zwischen der Stadt und Farm 2 und zwischen der Lebensmittelfabrik und Farm 1. Da drauf fahren 10 Kutschen, damit auch mal was passiert.

    Bei Jünkerath sieht es ähnlich aus, auch mit Lebensmitteln, nur sind die Betriebe etwas weiter auseinander. Auch hier fahren 10 Kutschen.

    Der halbe Sweetspot ist die Werkzeugversorgung von Duppach. Da gibt es zwar eine schöne Kombination aus Wald, Sägemühle und Werkzeugfabrik nah beieinander, aber Duppach ist ziemlich weit weg davon. Auf dem Rückweg von dort liegt aber ein Wald, da können noch Baumstämme fürs Sägewerk geladen werden.

    Ein paar der Straßen habe ich abgekürzt, die einfache Landstraße reicht ja für Kutschen mit 18km/h. Gewinne werden vorrangig in noch mehr Kutschen investiert.

    Personenverkehr hat immerhin den Vorteil, dass man da selten leer fährt. Ich denke, dass ich zwischen den belieferten Städten, die ja dadurch wachsen werden, bald Postkutschenlinien einrichten werde.


    Zur aktuellen Lage habe ich mal drei Statistikfenster auf einem Screenshot:

    Ich habe in ein paar Fahrzeuge investiert. Auf der Duppacher Werkzeuglinie sind es jetzt 14 Kutschen, damit wurde der Ertrag positiv.

    Auf dere Emsdettener Brotlinie sind es 12 Fahrzeuge und in Jünkerath 11.

    Trotzdem sind fast alle Jahre negativ in der Bilanz. Sollte ich vorrangig Schulden zurückzahlen, was ja die Zinslast reduziert? Dann fehlen aber immer 500k.

    Der Unterhalt der Infrastruktur ist auch recht teuer. Das sind die Haltestellen und Stationen.

    Die teuersten sehen jetzt so aus:


    Der zweite Straßenzugang erspart den Kutschen eine Runde im Hof um das Terminal anzufahren. Die Station wird ja auf der Linie zwei Mal angefahren.

    Zuerst hatte ich auch noch längere Plattformen, weil es wirklich blöd wäre, wenn das gute Essen verschwindet, weil kein Platz mehr da ist. Aber es geht wohl so auch. Durch das Kürzen der Plattformen hat sich der Unterhalt schonmal von ca. 14k auf ca. 9k reduziert.

    Bei Farmen und Wäldern hatte ich zuerst Stationen mit 30m Plattformlänge eingebaut. Aber die sind teuer und laufen genauso über. Eine 10m Plattform tut es auch, damit eine Kutsche vier Einheiten mitnehmen kann.

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  • Beim einem Ganzzug hast du eine komplette Leerfahrt auf dem Rückweg, bei einem gemischten hast du zwei halbe Leerfahrten, eine hin und die andere zurück. Das nimmt sich nicht viel, außer dass du nur eine Lok hast. Bei den schwachen Loks in den Anfangsjahren ist das Mitführen von zusätzlichem Gewicht in beiden Richtungen auch nicht gerade erstrebenswert.


    Wenn eine Station überläuft, ist das bei dem Erstproduzenten noch kein Problem. Wir haben da ja noch nichts transportiert und es ist sein Verlust. Wenn bei weiterführenden Produzenten was überläuft, transportieren wir zu viel Rohstoffe oder zu wenig Produkte. Wenn die Linienraten zu den Produktions- und Verbrauchsraten passen, sollte es keinen Warenstau geben. Es ist übrigens auch selten sinnvoll Finetuning wie "Warten bis voll" zu verwenden. Wenn wir (außer am Anfang) warten müssen, sind unsere Fahrzeuge eher da als die Produzenten fertig sind, was im Prinzip nur bei Überkapazität der Fall sein kann.


    Schulden aufnehmen oder haben um Geld für Investitionen zu haben, ist solange nichts schlechtes, solange der Gewinn höher als die Zinslast ist.

  • Mit dem Grundsatz möglichst Leerfahrten zu vermeiden, was ja eigentlich eine Binse ist, habe ich es diesmal als reicher Transportmagnat in die 1970er Jahre geschafft. Inzwischen kommt genug Geld rein, dass ich fast alles sofort bauen kann, was ich bauen will. Noch sind nicht alle acht Städte angeschlossen und schon gar nicht alle 64 Industrien. Bei den Städten habe ich das schon vor, ob es auch bei den Industrien klappt, wird sich zeigen. Bisher ist auch noch keine der Industrien verschwunden, um deren Anschluss ich mich bemüht habe. Im Moment ist das Ziel Maschinen herzustellen.


    UPDATE: Meine mittelgroße rechteckige Welt ist im 22. Jahrhundert angekommen. Weil ich aber keine Lust habe, immer nur das ganz moderne Zeug zu sehen, habe ich ein paar Mods aktiviert (Nein, NICHT den Keine-Kosten-Mod). Eher sowas wie unendliche Lebenszeit für alle Fahrzeuge ohne Autos (habe den englischen Namen gerade nicht im Kopf), die Altbau-E-Loks von der Modwerkstatt, die E94, den ET403 und den Dammbaumod.

    Im Personenverkehr ist die Hauptstrecke und eine Nebenstrecke elektrifiziert, ein Zug mit E 03 schafft auch immer mal wieder 200km/h. Die letzte von acht Städten wurde heute angebunden. Noch steigen sie dort in Donnerbüchsen, von einer V100 gezogen, aber wenn die Simse brav sind, kriegen sie auch was neueres, bequemeres und schnelleres.

    Meistens sind dreistellige Millionenbeträge auf dem Konto. Wenn ich übermütig werde, kann sich das aber auch schnell ändern. Zwei Züge zuviel auf einer Güterzuglinie können den Unterschied machen, ob diese Profit oder Verlust einfährt. Aber ich kann mir schon mal etwas kosmetisches Terraforming leisten oder auch mal andere Tunnelportale als nur das aus Ziegelsteinen zu bauen.

    Ich benutze auch meistens die Einstellungen was, wo und wieviel geladen wird. Nur wenn das Netz komplexer wird, kann es da auch schnell mal Fehler geben. Außerdem habe ich den Eindruck, dass das Spiel auch gerne mal diese Einstellungen verändert. Wenn ich manche der blauen Rädchen aufmache, bin ich mir sicher, dass ich diese Einstellungen nie gemacht habe. Wirklich nachvollziehbar reproduzieren kann ich das aber nicht.

    Ganz ohne diese Einstellungen tauchen manche Frachstücke an völlig unerwarteten Stellen auf, weil die interne Logik findet, dass das Zeug da besser an sein Ziel kommt.

    Güter- und Personenverkehr laufen auf getrennnten Trassen und es zieht sich ein dichter werdendes Netz von Güterlinien durchs Rechteckland, um auch entlegene Betriebe noch anzuschließen.

    Die Hauptgüterstrecke ist auch elektrifiziert, damit die E94 überhaupt fährt.

    Knapp ist im Moment Kohle und damit auch Stahl. Gerade habe ich eine Linie eröffnet, die von einer bisher nicht genutzten Kohlemine den Brennstoff an die zwei in Betrieb befindlichen Stahlwerke verteilt.

    Einmal editiert, zuletzt von Carbonunit ()

  • Sorry, ich war ein paar Tage weg und antworte deshalb erst jetzt.


    Zum Kredit-Rückzahlen: Das ist im Prinzip nicht hilfreich. Wenn Du aber so viel verdienst, daß Dich das fehlende Geld weniger stört als die Schulden, kannst Du zurückzahlen.

    Der Grund ist einfach: Das Spiel zwingt Dich am Anfang, mit dem Kredit mindestens 10 % der Kreditsumme im Jahr zu erwirtschaften. Kannst Du das nicht, stehst Du sowieso vor dem Ruin. Kannst Du das, sollte es nicht schwer sein, für die ersten sauer verdienten Euros Möglichkeiten zu finden, mehr Rendite als 10 % pro Jahr zu erwirtschaften. Das ist mehr als Du an Kreditzinsen sparst. Alse: Expandieren statt zurückzahlen.


    Güterverkehr lasse ich tatsächlich fast nur über Kutsche/LKW abwickeln, und zwar genau wegen der Leerfahrten. Am häufigsten sehe ich noch die Chancen Holz/Bretter/Stahl irgendwie sinnvoll zu kombinieren.


    Was ich noch nicht gesagt hatte: Du wirst für Luftlinie Haltestelle-Haltestelle bezahlt, nicht Produzent-Abnehmer. Wenn A - C - B ein ziemlicher Umweg für eine einzelne Linie ist, wird die viel weniger Profit abwerfen als zwei Linien A - C und C - B, wobei in C umgeladen wird.


    Flachdachs: Personenverkehr wirft schon seine Gewinne ab, aber erst ab einer gewissen Größe. Du müßtest mit drei nicht zu nahe beieinander liegenden, nicht zu kleinen Städten anfangen, die mit Eisenbahn verbinden und den ÖPNV in den Städten hochziehen. Dafür reicht anfangs oft das Geld nicht. Mit Güterverkehr geht das einfacher, und außerdem trägt dieser ebenfalls zum Wachstum der Städte bei, und wenn Du dann mit dem Personenverkehr anfängst, sind mehr Städte "nicht zu klein".

    Ablativus mors de genitivo

  • Ich hab bisher mehrfach nur mit Personenverkehr angefangen und das hat jeweils auch gut funktioniert. Eine Linie zwischen zwei Städten hat für den Anfang gereicht. Nach Möglichkeit die beiden größten nehmen, sie sollten aber auch nicht zu weit entfernt sein, damit das Geld für die Strecke nicht den Kredit frisst, und gerade 1850 sind die Züge schwach und langsam und noch nicht so attraktiv wie in den späteren Jahren. Hauptsache nicht zu schnell in zu viel Kapazität investieren, bei Bedarf Waggons anhängen geht immer, der Zug muss dafür ja nicht mehr ins Depot. Es dauert etwas, bis ausreichend Bewohner Jobs im anderen Ort aufgenommen haben, aber die Zeit kann man nutzen, um in den anderen Orten schon mal den Innerortsverkehr aufzubauen. Abgesehen davon sprach ich in meinem ersten Beitrag vom Personenverkehr generell, nicht dass man damit anfangen sollte.

  • Was das Vermeiden von Leerfahrten ausmacht habe ich ja auch gemerkt. Kutschen sind natürlich deshalb praktisch, weil die alle Güter mitnehmen. Aber bis so eine Kutsche irgendwo ist dauert das ja ewig.

    Diesmal habe ich jedenfalls den Dreh gefunden. Lebensmittelproduktion hat am meisten gebracht, auch weil die Fabriken und Farmen nah bei den Abnehmern sind. Wenn die Lebensmittelfabrik und die Abnehmer maximal weit auseinander sind, braucht man das wohl mit Kutschen gar nicht erst versuchen. Dann geht vielleicht noch Werkzeug oder Baumaterial als relativ einfache Produktionskette. Ich mach hier nochmal eine längeren, beilderten Beitrag mit Beispieln, allerdings aus der Eisenbahnzeit. Im Moment habe ich zwei Milliarden auf dem Konto. Ich bin dabei eine Autobahn rund um die Karte zu bauen, dabei läuft die Wirtschaft im Hintergrund weiter und das Geld wird mehr, nicht weniger, egal was ich baue.

    Seltsamerweise ist aber eine der Farmen verschwunden, auch wenn ich der ganz sicher jahrzehntelang Getreide abgenommen ahbe. Die Meldung habe ich verpasst, aber da stand irgendwann eine LKW-Station ohne Betrieb in der Gegend rum.

  • Bei gleichem Anteil Leerfahrt und Haltezeiten und bei gleich günstiger Streckenführung sind die Einnahmen pro Fahrzeug und Zeit unabhängig von der Streckenlänge. Bei der längeren Strecke kommen nur in größeren Zeitabständen größere Geldmengen. Auf der längeren Strecke hast Du aber für die gleichen Kosten für Stationen mehr Fahrzeuge, die Einnahmen erzeugen. Deshalb lasse ich die Kutschen tatsächlich längere Strecken fahren. In meinem Bild habe ich zum Beispiel maximal weit herausgezoomt.

    Bei Güterzügen sehe ich tatsächlich auc h wieder das Problem mit den Leerfahrten. Und ein System Getreide hin - Kohle zurück o. ä. aufzubauen, ist mir dann doch zu mühsam. Da müßte ich wirklich die komplette Karte auf dem Papier durchplanen und dann die Planung nur noch mehr oder weniger abarbeiten.

    Ich sehe es tatsächlich so, daß man mit Lebensmitteln und Baustoffen nach meinem Prinzip mit dem geringsten finanziellen Aufwand das meiste Geld macht. Auf die Tour bin ich meistens gegen 1870 oder 1880 so flüssig, daß ich machen kann, wozu ich Lust habe (solange es mehr Geld generiert).


    Flachdachs: Mir war klar, daß Du das generell meintest, aber dieser Thread geht im Grunde um "Wie komme ich in die Hufe". Das geht m. E. mit Güterverkehr einfacher. Der Personenverkehr hat bei mir durchaus keinen geringeren Stellenwert als Güterverkehr, aber er kommt halt später dran, wenn die erste Geldquelle sprudelt. Meistens sogar, bevor ich den Güterverkehr richtig ausbaue, weil ich bei kleineren Städten mehr Freiheiten mit der Position des Bahnhofs und dem Gleisbau habe. Ich will ja nicht die halbe Stadt abreißen, nur damit der Bahnhof ordentlich und mit den nötigen Überwerfungsbauwerken angeschlossen werden kann.

    Ablativus mors de genitivo

  • Ich setze da auf die klassische Cash Cow. Ganzzug aus offenen Waggons bzw. Kesselwagen / Rungenwagen. Gütertransport muss keinen Sinn ergeben, irgendwer hat das auf einer großen Karte mal mit Flugzeugen gemacht - ich glaube irgendwann ist das Spiel auf Grund des Kontostands abgestürzt.


    Das anknüpfen der Industrie muss also nicht zwingend logisch sein. Interessant wird die Geschichte, wenn sich Stahlwerke auf zwei gegenüberliegenden Kartenenden befinden. Idealerweise befindet sich Kohle und Erz jeweils nahe oder direkt daneben in ausreichender Menge. Jetzt bauen wir eine Strecke quer über die Karte, transportieren aus der Umgebung von Stahlwerk A Erz zu Stahlwerk B, liefern dort ab, nehmen aus der Umgebung von Stahlwerk B Erz auf, und fahren wieder zum Abliefern zu Stahlwerk A.


    Das gleiche klappt auch vortrefflich mit Baumstämmen / Brettern. Einfach einen Wald in der Nähe einer Werkzeugfabrik mit dem am weitesten entfernten Sägewerk verbinden und ab geht die Post.


    Analog dazu klappt der Trick auch mit Rohöl - Öl - Zwischenerzeugnis.


    So sind auch landschaftlich schöne Strecken entlang von Flüssen geschlängelt auf mittlerer Einstellung sehr profitabel.

  • Die Autobahn in der Rechteckwelt


    Hallöchen,


    ich habe ja diesen Thread gestartet, weil ich über der ganzen Schönbauerei anscheinend vergessen hatte, wie man erfolgreich wirtschaftlich spielt. Darum soll es auch gerne weiter hier gehen. Immer wenn ihr von mir in der Überschrift das Wort "Rechteckwelt" lest, geht es eher um Sachen, die ich darin ausprobiert oder sonstwie gemacht habe, unabhängig von der Wirtschaft. Die läuft jetzt und ich kann mir alle möglichen Mätzchen leisten. Unter anderem den Bau einer vierspurigen (2x2) Ringautobahn um die ganze Karte, die alle Städte miteinander verbindet. Dazu habe ich das Extended Highway Pack aus dem Workshop genutzt. Jetzt, wo die KI-Fahrer auch mal überholen können, wenn es zwei oder mehr Fahrspuren in ihre Richtung gibt, hat so eine Autobahn etwas mehr Sinn. Aber insgesamt bin ich noch nicht überzeugt. Das Überholmanöver sieht immer noch sehr eckig und zackig aus. Jeder, der im echten Leben bei etwa 100km/h so fährt, wird ins Schleudern geraten oder, je nach Schwerpunktlage, die Fuhre gleich umschmeißen. Auch bremst der Überholer erst ab, fast auf das Tempo des zu Überholenden, beschleunigt dann wieder und wechselt die Spur. Wenn von hinten alles frei ist, würde ja niemand so fahren. Aber sie überholen, den Fortschritt als solchen sollte man würdigen. Auch war nach meiner Erinnerung der Spurwechsel vor dem Herbstupdate noch eckiger.

    Die Einmündungen und Ausfahrten sind auch noch weit weg vom großen Vorbild. Hier mal eine selbst konstruierte Anschlussstelle.

    Da fehlen alle Beschleunigungs- und Verzögerungsstreifen, was natürlich auch zu dem eckigen Spurwechsel der Sim-Fahrer passt.

    Gibt es vielleicht trotzdem irgendetwas, dass den Bau vorbildgerechter Ein- und Ausfahrten ermöglicht, auch wenn die wohl nicht so genutzt werden können?

    Auch hatte ich kurz die Idee, dass an Steigungen die Autobahn vielleicht dreispurig sein könnte, also mit Kriechspur rechts. Aber das habe ich schnell wieder zurückgebaut. Die dritte Spur wurde nicht etwa rechts an die vorhandenen zwei angeflanscht, sondern alles kam mittig auf einander. Also der Mittelstrich der zweispurigen Autobahn endete am Beginn der Mittelspur des dreistreifigen Teils. Entsprechen vorsichtig und langsam haben die Sim-Fahrer die neuen Spuren angenommen. Das bringt also nichts, weg damit.

    Ich habe zwei Fernbuslinien eingerichtet, die jeweils linksrum und rechtsrum um die Karte fahren und jede Stadt kurz anfahren, am ZOB beim Bahnhof oder einer nah an der Autobahn gelegenen Haltestelle anhalten und dann weiterfahren zur nächsten Stadt. Die sind inzwischen in der Gewinnzone und dürfen bleiben. Die Passagiere verteilen sich gleichmäßig auf Züge und Busse, soweit ich das beurteilen kann. Privatverkehr ist kaum auf der Autobahn zu sehen. Ich habe zwei Linien angelegt, die nur zum Herzeigen der Autos den Ring in beiden Richtungen umrunden. Trotzdem sieht die Autobahn meistens aus, wie Anno 1973 beim Sonntagsververbot aus Anlass der Ölkrise, wobei wir heute glücklich wären über die damals krisenhaften Spritpreise.

    Man erkennt aber auch sehr anschaulich den Flächenverbrauch von so einer Autobahn im Vergleich zur Eisenbahn. Hier mal ein Hangviadukt:

    Insgesamt geht es mir bei dem Spiel nicht darum, besonders reich zu werden. Das viele virtuelle Geld kann man sich sowieso nicht auszahlen lassen. Ich habe meinen Spß beim Bau der Infrastruktur und wenn die Logistik gut ineinander greift.

    Zum Schönbau bin ich so ganz nebenbei gekommen. Es fing damit an, dass es mich furchtbar gestört hat, wenn alle Brücken ohne Widerlager einfach so am nackten Fels kleben. Der Dammbaumod von Joefried schafft da Abhilfe. Dann haben mir Stellwerke in den Bahnhöfen gefehlt und so kam eins zum Anderen.

    Weil wir nach dem Herbstupdate wohl das von Seiten Urban Games fertige Spiel haben, wollte ich ausprobieren, wie es sich in diesem Zustand so anfühlt:

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  • Vorbildgerechte Bauen scheitert oder lässt sich oft nicht so abbilden, weil die Realität nur unzureichend oder stark vereinfacht nachgestellt wurde. Kreisverkehre beispielsweise sind meist sinnlos, weil wir die Probleme, die sie in der realen Welt lösen sollen, im Spiel schlicht nicht haben. Vor allem sollen sie Unfälle verhüten oder deren Folgen mildern. Unfälle haben wir nicht, damit ist das Hauptargument vom Tisch. Stattdessen haben wir, dass Fahrzeuge durch die Kurvenfahrt in jedem Fall abgebremst werden, auch wenn sie durchfahren hätten können. Bei zu hohem Verkehrsauskommen sind sie auch nicht besser als Ampelkreuzungen. Kreisverkehre für die Optik mögen ok sein, für die Wirtschaftlichkeit jedoch nicht.


    Dritte Spur am Berg war eine nette Idee. Leider sind Übergänge zwischen unterschiedlichen Fahrspuranzahlen wie Kurven, an denen abgebremst wird. Wenn diese Übergänge nicht an Kreuzungen sind, oder in die Stadt hinein, wo sowieso abgebremst werden muss, ist das auch wieder fraglich für die Wirtschafltlichkeit. Selbst wenn es möglich wäre, eine Spur rechts anzufügen, während die anderen ungebremst geradeaus gehen, würde sich die Frage stellen, warum die Wegfindung die etwas längere Wegstrecke nutzen sollte? Das würde nur dann passieren, wenn es für die Einhaltung eines Rechtsfahrgebots Pluspunkte gäbe.


    Fädelspuren wären für die Optik ganz nett, aber brauchen wir sie für die Mechanismen des Spiel - und die Wirtschaftlichkeit? Eigentlich nicht. Es würde reichen, wenn die Spuren sich sanft in die Hauptspur einfäden ließen, und sich keine Stellen ergeben, an denen aufgrund von Kurven abgebremst werden muss.


    Wenn du kaum Privatverkehr siehst, hast du einen ausreichendattraktiven ÖV und damit im Prinzip alles richtig gemacht, so wie wir es für die Verkehrswende bräuchten. Auch hier folgen die Sims nicht ihren Vorbilder und sind wesentlich einfacher für das Umsteigen zu bewegen.

  • Flachdachs

    Dass die verschiedenen Straßentypen sich immer mittig ausrichten und nicht anhand der Fahrspuren, ist echt nervig.

    Das fällt nur dann auf, wenn der Wechsel von 2-spurig zu 3-spurig kommt o.Ä.

    Abbiegespuren an Kreuzungen innerorts - mit asymetrischen Straßenstücken - ist auch schwierig umzusetzen, z.B. 5-spurig, für extra Linksabbiegerspur usw. Es geht, aber halt mit dem Versatz am Node, dem starken Abbremsen aller Fahrzeuge und dem krassen Lernkradgekurbel innerhalb von 2m Fahrstrecke.