Im MiWuLa wird auch gestreikt.

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  • Das Problem ist, dass die GDL mit ihrer Streiktaktik eine Steilvorlage für dieses Tarifeinheitsgesetz geliefert hat und das ist wieder ein Schritt in die falsche Richtung.
    Letztlich haben es die Konzerne in den letzten 35 Jahren geschafft, flankiert von neoliberalen Wirtschaftstheorien, die Ketten, die man der freien Marktwirtschaft nach dem 2. Weltkrieg angelegt hat, Stück für Stück aufzulösen. Den Leuten hat man beigebracht, dass die Globalisierung von Gott gegeben ist und wegen dieser die Wettbewerbsfähigkeit gesteigert werden muss durch niedrigere Löhne, weniger Sozialstaat, weniger Arbeitsplatzsicherheit, weniger Regulierung und jetzt soll man doch bitte auch möglichst nicht streiken. Im Prinzip wird also Wirtschaft mal wieder über die Gesellschaft gestellt - ohne die negativen Auswirkungen auf die Gesellschaft zu bedenken.
    Leider verstehe ich immer noch nicht, wieso die Menschheit so blöd ist und seit 250 Jahren nicht begreift, dass eine nicht regulierte freie Marktwirtschaft immer zu Monopolbildung und damit zur Selbstauflösung neigt. Stattdessen fällt sie immer und immer wieder auf die Nase damit.


    Sorry für das Abdriften an der Stelle.

  • Das Problem ist, dass die GDL mit ihrer Streiktaktik eine Steilvorlage für dieses Tarifeinheitsgesetz geliefert hat und das ist wieder ein Schritt in die falsche Richtung.


    Das ist so nicht ganz korrekt. Das Tarifeinheitsgesetz kommt so oder so. Die Streiks der GDL oder der Piloten dienen NUR als Vorwand um die Rechte der Gewerkschaften weiter einzudämmen. Und wir können gewiss sein, das ist nicht das Ende.

    Auch ein alter Fuchs schaut gern ein Huhn, selbst wenn er's nicht mehr Reißen kann. ^^

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  • Was hast du denn da gelesen?
    Das was ich gelesen habe dazu, war von vorn bis hinten reine Volksverhetzung und Lüge.


    Ach das war aufm Wartesaal-Bildschirm im Krankenhaus ^^ Habs erst beim 3. Durchlauf überhaupt für voll genommen, dass das tatsächlich ne aktuelle Nachricht sein soll xD


    Aber wegen der Einschränkung usw usf.: Wie gesagt, das Recht zu Streiken ist gut und muss auch so sein. Man darf sich nicht alles gefallen lassen. Aber: Man darf sowas auch nicht ausnutzen! Ihr habt sicher nicht unrecht, wenn ihr behauptet, ich sei nur grob informiert. Aber damit bin ich leider nicht allein und was die Masse denkt, ist in einer Demokratie nunmal der Knackpunkt. Und ich für meinen Teil hab das ganze so mitbekommen: Seit ner gefühlten ewigkeit wird gestreikt, laufend müssen unbeteiligte das ausbaden und trotz angebotener Kompromisse geht die GDL auf nichts ein. Streiken sie, um ein Ziel zu erreichen, oder streiken sie nun einfach des Streikens willen? Letzteres drängt sich nach all der Zeit der großen grauen Masse einfach immer mehr auf.


    Das öffentliche Bild leided einfach extrem darunter. Unter ein Image-Schaden ist glaub ich schlimmer, wie eine misslungene Tarifverhandlung. Wenn man trotz ewiger streikerei zu keinem Ergebnis kommt, dann vllt aus gutem Grund? Ich hab keinen Einblick in die Finanzen, aber wenn ich seh, dass man mit Bussen durch ganz Deutschland für 15€ fährt und mit der Bahn im besten Falle 30€ Zahlt - dann haben die Jungs ein Konkurrenzproblem. Sie müssten also eigentlich billiger werden, aber sollen zeitgleich bessere Löhnen für weniger Arbeit zahlen? Das kann doch garnich gehn. Wie gesagt: aus meiner unprofessionellen kleinbürgerlichen Sicht. Ich will mir gewiss nicht erdreisten, hier die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben ^^ Seht es einfach mal als die Sicht aus einer anderen Perspektive.


    Was ist gerecht? Wo hat es Grenzen? Solange man nicht die Rechte anderer verletzt, ist alles ok. Aber dann sieht man solche Geschichten wie jetzt zu Pfingsten. Stauforscher (sicherlich gut bezahlt und bestens im Programm platziert ^^) malen die schlimmsten Horrorgeschichten aus. Für so manchen fällt der wohlverdiente Kurzurlaub deswegen ins Wasser. Ist sowas gerecht? Haben diese Leute sowas verdient?


    Wie gesagt: Streikrecht gut und schön, nur man sollte es nicht übertreiben. Streiken ist mMn einfach keine Forderungs-Garantie, wie es scheinbar hier und da aufgefasst wird. Es ist ein Kräftemessen, und scheinbar KANN die Bahn (oder wer auch immer) einfach nicht auf die Forderungen eingehen. Und wenn sie noch so sehr streiken. Mir kommts halt so vor.

  • Das Tarifeinheitsgesetz kommt so oder so


    Und Karlsruhe kassiert es so oder so.
    Wenn man bedenkt wieviel aus der Anwaltszunft im Bundestag sitzen, und wieviel Gesetze wg. Verletzung des Grundgesetzes wieder kassiert wurden, stellt man sich Fragen über die Qualitäten dieser Voll.....
    Na ja, jedes Volk bekommt die Regierung, die es wählt...


    Edith:
    Dann will ich dir hier noch einmal den Grund des Streiks zitieren:



    Wenn es darum geht, Löhne nach unten zu drücken, geht alles: Festangestellte, Leiharbeiter, Werksverträge - alle bekommen für die gleiche Arbeit unterschiedliche Endlohnung - mit der Tendenz nach unten.
    Soll es aber einmal in die andere Richtung gehen, ist dies unmöglich! Das sollte zu denken geben...


    PS: Wobei es sich um im Grundgesetz verbriefte Rechte geht. Aber drauf gesch....

  • Zitat

    Ich war genug draussen im Leben und habe gesehen wie es in der richtigen Welt abgeht. Deutschland ist schlicht das Paradies


    Ich
    habe ebenfalls Kulturschocks erlebt, doch finde ich es bedenktlich wenn
    man sich gezwungen fühlt einen Vergleich herzustellen, der oft schon
    historisch und kulturell nicht zu machen ist.
    Klar leben wir in
    Mitteleuropa ein sehr gutes Leben, doch wenn wir unsere Probleme nicht
    mehr wahrnehmen stagnieren wir, und mit Stagnation kommt auch Zerfall.
    First
    World Problems sind eben auch Probleme und wenn man diese ausblendet,
    kann dies sehr dramatische Folgen haben. Dass sich immer mehr Leute in
    Europa das Leben nehmen, oder dass die Sicherheit der Rente zunehmend
    ein Problem wird sind Dinge umd ie man sich kümmern will.


    Dennoch
    kann ich es nachvolziehen wenn gewisse Leute immer wieder diesen
    Vergleich ziehen als jemand der selbst schlimmere Misstände gesehen hat,
    vorallem aber die perversität von Ungleicheit war es für mich auch
    schwer mich wiedereinzuleben. Aber es sind am Ende eben doch ganz andere
    Welten und vergleiche zu ziehen und deswegen zu meinen die eigenen
    Probleme zurückzudrängen ist nicht richtig.


    Zum Streik:.
    Ich verstehe beide Seiten vermutlich braucht es bessere Kommunikation und Transparenz seitens der DB und der GDL
    Ich dachte eigentlich die DB und die GDL hätten sich gestern geeinigt.

  • Naja, man könnte sagen sie haben beschlossen, das die Möglichkeit besteht, dass es zu einer Einigung kommt. Doch man solltest besten einmal abwarten was in den nächsten Wochem so passiert (Gesetzt etc.).


  • Die Information, das ist wie du sagt leider das größte Problem.
    Das schlimme daran ist, die Medien wollten nicht sachlich informieren sondern von anfang an nur hetzen.
    Es wurden von den etablierten Medien nur Halbwahrheiten verbreitet und Teilinformationen so verpackt das sie eine völlig andere Sachlage erscheinen ließen.
    Und was die Preise der Fernbusse angeht... wieviele Fernbusunternehmen sind denn bereits wieder pleite? Selbst der ADAC hat sich aus diesem Geschäft wieder zurück gezogen.
    Es wird doch nur mit Spottpreisen gelockt und auf Verlust gefahren. Und sollte man nicht auf Verlust fahren, gibt es sicherlich sehr vieles was an den Arbeitsbedingungen der Busfahrer im argen liegt. Müssten die Busse Maut bezahlen, egal auf welchen Straßen sie zum Ziel fahren, würden die Preise auch gleich wieder ganz anders aussehen.



    Zitat

    Naja, man könnte sagen sie haben beschlossen, das die Möglichkeit besteht, dass es zu einer Einigung kommt. Doch man solltest besten einmal abwarten was in den nächsten Wochem so passiert (Gesetzt etc.).


    Da bin ich auch gespannt. Die Bahn hat ja schriftlich endlich zugestanden das die GDL für ALLE ihre Mitglieder Tarifverträge abschliessen darf.
    Die inhaltlichen Verhandlungen dazu werden in einer Schlichtung geführt.
    Wir werden sehen was passiert, ich bin sehr gespannt.
    Mein Verdacht ist ja, die Bahn wird das Schichtungsergebnis nicht akzeptieren und alles steht wieder bei Null.


    Was mich aber zur Zeit noch stört, was niemanden zu stören scheint: die EVG hat sich der GDL noch nie angeschlossen mit ihren Forderungen. Sie sehen die Forderungen der GDL immer als überzogen und unrealistisch an und schimpfen dagegen. Aber Seit 2007 profitiert sie von allem von der GDL hart erkämpfen Errungenschaften. Sowas von heuchlerisch ist das. Und jetzt geht es schon wieder so ab. Die GDL erkämpft hart ihre berechtigten Forderungen, die EVG hetzt dagegen, sagt aber am Ende, das wollen wir aber auch.

    Ryzen 5700X3D, RX 9070, 32 GB RAM

    Einmal editiert, zuletzt von Kirsche ()

  • Na, dann bist Du ja schon richtig kapital- und marktkonform.
    Magst wieder zurück in den Feudalismus, oder besser Sklaverei?
    Die kleinen Leute haben gefälligst zu spuren. Wo kommen wir denn hin, womöglich wollen die auch noch Bonis und goldene Handschläge wie die "Elite"...


    Der Streik dient den kleinen Leuten?
    Gegen den Streik sein bedeutet nicht auf der Seite der Bonzen zu stehen. Der Streik nutzt sogar den Bonzen der DB, die ihr privates Vermögen längst in LKW-Unternehmen investiert haben und sich heimlich freuen wenn die Bahn kaputt geht. Wenn höhere Löhne erstreikt werden, muss das Geld ja irgendwo herkommen. Dann werden wieder die Fahrpreise erhöht und damit zahlen die Kleinverdiener die Zeche. Es fahren weniger Leute Bahn, noch mehr Güterverkehr wird auf die Straße verlagert. LKW- und Busunternehmen sowie Mietwagenverleiher sind die lachenden Gewinner. In der Folge wird dann das Zugangebot weiter ausgedünnt, weitere Strecken und Gleisanschlüsse werden stillgelegt.
    Am Ende erkämpfen sich die Streikenden nur den Verlust ihres Arbeitsplatzes und arbeiten dann für noch niedrigere Löhne um nicht arbeitslos zu sein.
    Die sägen doch an dem Ast auf dem sie sitzen. Und die Bonzen holen raus was sie können machen sich ein schönes Leben und lassen die Bahn den Bach runter gehen.
    Ein Unternehmer hat einmal gesagt: Nicht die Firma zahlt die Löhne, sondern das Produkt. Die Firma ist nur der Überbringer.

    Einmal editiert, zuletzt von dampf19 ()

  • Wenn höhere Löhne erstreikt werden, muss das Geld ja irgendwo herkommen


    Komisch, und die Millionengehälter plus Bonis der Flaschen in Nadelstreifen fallen vom Himmel?
    Und wenn sie Shice bauen, gibt's noch 'ne dicke Abfindung!
    Wer erwirtschaftet denn die Jachten und Ferienhäuser der Bonzen...


    PS: Außerdem gehört Infrastruktur nicht in private Hände. Sie können es nämlich nicht besser und billiger, wie genügend bewiesen wurde...

  • Zitat

    Ein Unternehmer hat einmal gesagt: Nicht die Firma zahlt die Löhne, sondern das Produkt. Die Firma ist nur der Überbringer.


    Oder in Endkonsequenz der Kunde ist es der die Gehälter zahlt. Streik ist ein Kampfmittel aus der Zeit der Maschinenstürmerei. Heute schadet man nur sich selbst, denn die Investoren ziehen einfach weiter wenns nicht passt (genau so wie die "enthusiastischen" Forumsmitglieder hier) - und dann?
    Spätestens seit Firmen an die Börse müssen, ist der soziale Auftrag eh im A....
    Oder warum sind die erfolgreichsten und stabilsten Unternehmen immer noch in Familienhand?
    Aber wenn der Kunde mit Bargeld droht, kann man ruhig mal ne Weile dicht machen, oder?


    Ehrlich gesagt: ich verstehe die hier vorgebrachten Argumente und akzeptiere auch dass so viele auf Seiten der "armen" Gewerkschaften stehen.
    Aber ich selbst würde meine Arbeitskraft nehmen und einfach weiterziehen. Ahm, mach ich auch schon immer so...

  • Ich hätte auch noch Kekse dabei!


    Zusammengefasst könnte man also sagen:

    • Der Streik ist wahrscheinlich eine schlechte Idee, da die Lokführer durch Schädigung ihres Arbeitgebers letztlich sich selbst schaden. Diese besondere Situation ergibt sich daraus, dass die DB ihre Dienstleistung auch ganz ohne Lokführer erbringen kann. (Bus + Lkw)
    • Es besteht die Gefahr, dass ein Erfolg der GdL nicht zu mehr Gerechtigkeit bei den Gehältern, sondern lediglich zu höheren Fahrpreisen führen würde. Dadurch verliert die GdL ihre Unterstützung in der Bevölkerung, außerdem bleiben Kunden weg, was wiederum zu 1. führt.
    • Den Streik zu verbieten steht nicht zur Debatte, da mit der Entscheidung, Eisenbahner nicht mehr zu verbeamten, das Risiko von Arbeitskämpfen bewusst in Kauf genommen wurde.

    Gegenrede? Habe ich etwas falsch aufgefasst?

    "Wenn größere Fußballspiele oder gar Weihnachtseinkäufe im KaDeWe als hochgradig riskant eingestuft werden, haben die Terroristen schon gewonnen, ohne einen einzigen Sprengstoffgürtel gezündet zu haben."


    Frank Jansen, Der Tagespiegel, Berlin, 15.11.15

  • Heute schadet man nur sich selbst, denn die Investoren ziehen einfach weiter wenns nicht passt


    Blöd nur, daß die Investoren vom investieren allein nicht leben können.
    Ihre Rendite muß irgendwie erwirtschaftet werden.
    Um Kunde sein zu können, muß man sich etwas leisten können.
    Wie soll man aber etwas konsumieren, wenn das Geld gerade zum Überleben reicht?
    Und können sich Investoren selbst Straßen bauen, ernähren, Haare schneiden, Windeln wechseln, wenn sie alt und undicht sind?
    Genügt es, wenn sie sicht gegenseitig Papiergeld oder binäre Einsen und Nullen hin und herschieben?


    Bin mit der Erkenntnis nicht allein:
    http://www.politico.com/magazi…us-plutocrats-108014.html


    PS: Nicht falsch verstehen - ich gönne jedem seinen verdienten Wohlstand. Die Betonung liegt auf "verdient"...

  • Doch können sie und machen genau das. Die Finanzwelt läuft nach anderen Regeln. Z.B. kannst du wetten dass eine Währung 0,001% Minus macht und massig dabei rausholen. Gegenrichtung geht auch. Future Trading heisst das glaub ich.
    Klar ist es nicht zu fassen und irgendwie auch Blödsinn. Ist das ganze Geld ohnehin, denn geld hat keinen Wert, es existiert nur in unserem Kopf. Der Wert wird festgelegt, existiert aber nicht wirklich. Es sei denn jemand glaubt daran dass der Zettel in seiner Hand wirklich nen fufftscher wert sei...


    Also: Wenn es den Investoren nicht passt, lassen sie die jeweilige Firma einfach verrecken und ziehen weiter (oder glaubt irgendwer der Zuckerberg wäre duch Leistung reich geworden?) - muss jeder selbst wissen wie er damit umgeht ;-)

  • Doch können sie und machen genau das.


    Ist nur noch eine Frage, wie lange das noch gut geht.
    Schau zurück in die Geschichte.
    Schau, was an einigen Stellen des Planeten schon abgeht.
    Ließ den verlinkten Artikel...


    Edith meint außerdem, daß dieser Börsenquatsch vor der Tagesschau wieder durch das Sandmänchen ersetzt wird - so wie es früher(tm) war...

  • Komisch, und die Millionengehälter plus Bonis der Flaschen in Nadelstreifen fallen vom Himmel?
    Und wenn sie Shice bauen, gibt's noch 'ne dicke Abfindung!
    Wer erwirtschaftet denn die Jachten und Ferienhäuser der Bonzen...


    PS: Außerdem gehört Infrastruktur nicht in private Hände. Sie können es nämlich nicht besser und billiger, wie genügend bewiesen wurde...


    Ganz meine Meinung. Das sich die Bonzen kräftig selber bedienen finde ich auch nicht ok, gerade bei einem Betrieb der zwar inzwischen wohl kein dickes Defizit macht, aber trotzdem noch ein bisschen ums Überleben kämpft. So ist zum Beispiel kein Geld für dringend notwendige Brückensanierung da, statt dessen ist jetzt bei mancher maroden Brücke Schritttempo angesagt.
    Wenn eine Firma satte Gewinne einfährt ist es ja OK, wenn die Belegschaft auch etwas mehr vom Kuchen will. Ich bezweifle aber stark, dass dies auf die DB zutrifft.

    2 Mal editiert, zuletzt von dampf19 ()